Die Jungfrau von Orleans

von Friedrich Schiller

Premiere 31/10/2015

SchauSpielHaus

Dauer: Eine Stunde, 45 Minuten, keine Pause

Das Stück beginnt mit der jugendlich-anmaßenden Zuschreibung einer neuen Identität. Johanna, Tochter des reichen Bauern Thibaut d’Arc, fühlt sich von Gott persönlich berufen, das Landleben in den Bergen aufzugeben und als heilige Jungfrau in den Kampf zu ziehen. In Frankreich tobt der Hundertjährige Krieg, die englischen Truppen haben das Land bereits erobert. Der schwache König Karl ist schon entmachtet, als durch Johanna die wundersame Wendung des Krieges erfolgt, in dem sie zur religiösen Ikone und Kampfmaschine wird. Schiller lässt seine Heldin schließlich am Konflikt von Mission und Leidenschaft zerbrechen und nicht, wie die historische Jeanne d’Arc, auf dem Scheiterhaufen der Inquisition enden. Seine Tragödie der Gotteskriegerin Johanna zeigt sie als aktive Täterin, die sich selbst zum Instrument macht und schließlich von ihrem Vater zu Fall gebracht und von der Gesellschaft zunächst geopfert, dann zum Nationalmythos verklärt wird.

Fotos © Matthias Horn

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Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Regisseur Tilmann Köhler gelingt das Kunststück, uns das Drama als sehr modern zu präsentieren. Und damit nahe zu bringen. (…) Ein Theaterabend, der uns nicht nur glänzende Schauspielleistungen zeigt – allen voran Anne Müller in der Titelrolle und Paul Herwig als zynischer Pazifistenkönig. (…) Das Publikum war am Ende begeistert.“

Deutschlandfunk

„Zu den unübersehbaren Stärken des Regisseurs Tilmann Köhler gehört der wichtigste Partner, der (fast) immer nur im Doppelpack mit ihm zu haben ist: der Bühnenbildner Karoly Risz. Dessen szenische Entwürfe garantieren Köhlers Inszenierungen stets klare, kraftvolle Ideen fürs Auge. (…) Tilmann Köhlers Johanna (gespielt von der grandiosen Anne Müller, einer schmalen, zarten Schauspielerin, die über das seltene Talent verfügt, zu ‚brennen‘ auf der Bühne, wie im Furor pur!) zieht in die Schlachten von heute, die sich längst wieder aller Vernunft, aller Politik, aller abwägenden Diplomatie zu entziehen beginnen

Die Zeit

„Als sich Johanna und König Karl zum ersten Mal in die Augen schauen und er realisiert, wer ihm seinen Posten doch noch gerettet hat (ein Mädchen!), sieht auch Johanna ein, welcher Macht sie da zum Handlanger wurde. Zwischen Erschrecken und Anziehung machen Müller und Herwig das zu einem großen erotischen Moment, dem interessantesten der Aufführung.“

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