Die Ratten

Eine Tragikomödie
von Gerhart Hauptmann

Premiere 11/10/2014

SchauSpielHaus

Dauer: Zwei Stunden, 30 Minuten, eine Pause

Eine heruntergekommene Kaserne mitten in der Stadt: Auf dem Dachboden hat sich der Ex-Theaterdirektor Hassenreuter mit seinem Fundus einquartiert. Im Stockwerk darunter hausen die Johns. Herr John befindet sich zumeist auf Montage in Altona. Frau John arbeitet als Putzfrau für Hassenreuter im Fundus. Seit sie ihren Sohn nur wenige Tage nach der Geburt verloren hat, wünscht sie sich nichts sehnlicher als ein Kind. Da erscheint ihr die Rettung in Gestalt des polnischen Dienstmädchens Pauline Piperkarcka: die wurde von ihrem Bräutigam hochschwanger sitzengelassen. Frau John schleppt sie in den Theaterfundus, wo Pauline das Kind zur Welt bringt und es ihr überlässt. Doch das Glück währt nicht lange: Schon bald taucht die Piperkarcka wieder auf und will ihr Kind zurück...

Nach der Uraufführung 1911 avancierte die Tragikomödie schon bald zu einem der erfolgreichsten Stücke Gerhart Hauptmanns. Die groteske Scheinwelt des Theaters und die unverhüllte Tragik der verkommenen Kleinbürger gehen eine gespenstische Synthese ein. »Die Ratten« sind Chiffre einer verfallenden Gesellschaft, in der die betrügerische Manipulation der Frau John paradoxerweise die einzige menschliche Regung ist.

Karin Henkels Inszenierung wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Fotos © Klaus Lefebvre

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Souverän verschränkt Karin Henkel die Ebenen des Stückes, oben die Dachbodenebene des Theaterdirektors Hassenreuter und seiner Familie, der inmitten seines Theaterfundus die Rettung des Lebens durch die Kunst probt, darunter in den lichtlosen Kammern das den Verhältnissen ausgelieferte Prekariat. – Und mittendrin Lina Beckmanns Frau John. Die Unterschichtenposen von gekonnter Verwahrlosung beherrscht sie meisterhaft, ringt der Figur kämpferische Facetten von fast shakespearescher Dimension ab.“

Süddeutsche Zeitung

„Es ist, als hätten die tragischen und komischen Module dieses Stücks das ganze letzte Jahrhundert darauf gewartet, von Karin Henkel ineinandergeschoben zu werden.“

Kieler Nachrichten

„Es geht um nichts weniger als Wahrhaftigkeit an diesem zunächst auch komischen, bald ungemütlich sich verdüsternden Abend. Auf der Bühne und im Leben. Karin Henkel zeigt mit ihrem Ensemble, was man daraus machen kann.“

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