Eines langen Tages Reise in die Nacht

von Eugene O’Neill
Deutsch von Ursula und Oscar Fritz Schuh
/ Repertoire

Premiere 14/10/2016

SchauSpielHaus - Bühne

Drei Stunden. Eine Pause.

Ein verheerender Augusttag im Sommerhaus der Familie Tyrone. Draußen zieht Nebel auf, drinnen wird bereits mittags die erste Flasche Whiskey geleert. Der Vater und seine beiden Söhne sind alkoholabhängig, die Mutter morphiumsüchtig, alle geben sich gegenseitig Schuld an der Familienhölle und verlieren sich in einer Dämmerung von Rausch und Selbstbetrug. Der Nobelpreisträger Eugene O’Neill hat mit diesem 1940 geschriebenen Stück seine eigene Familie nachgezeichnet, verdichtet dieses Porträt jedoch mit psychologischem Scharfsinn zu einer allgemeineren Tragödie des Scheiterns: „Ich möchte erreichen, dass die Zuschauer, wenn sie das Theater verlassen, innerlich darüber jubeln, auf der Bühne jemand gesehen zu haben, der mit seinen unlösbaren Widersprüchen kämpft, der nicht siegt, sondern unvermeidlich der Besiegte ist. Erst durch diesen Kampf gewinnt das Leben des Einzelnen seine Bedeutung, auch wenn er von Anfang an aussichtslos ist. Erst das Tragische macht unser Leben lebenswert. Deshalb müssen unsere Träume immer größer sein als das, was uns erreichbar ist. Denn unser einziger Gewinn liegt im Scheitern bei der Verwirklichung unserer Träume.“

O’Neill erzählt in »Eines langen Tages Reise in die Nacht« vom Scheitern der Liebe, von Verfehlung, von Täuschung, Verblendung und Scham. Er erzählt auch vom Theater, denn Tyrone und sein ältester Sohn sind Schauspieler, zwischen Hybris und Minderwertigkeitskomplexen zerrissen, und der jüngste Sohn, dessen Tuberkulose-Erkrankung von der Familie als Grippe verharmlost wird, will die Welt als Dichter fassen und überhöhen. Wie hier der eine Mensch dem anderen zum Verhängnis wird, das Alltägliche sich ins Monströse wendet, wie das Unglück eines jeden Einzelnen sich gegenseitig steigert, bis ein fiebriger Sommertag in eine unglückselige Nacht mündet und erst in der kalten Stunde vor dem Sonnenuntergang endet, das macht dieses Stück zum Meisterwerk.


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Fotos: © Lalo Jodlbauer

Es spielen: Lina Beckmann, Charly Hübner, Felix Knopp, Christoph Luser, Hubert Wild Regie: Karin Henkel Bühne: Thilo Reuther Kostüme: Klaus Bruns Musik: Arvild J. Baud Dramaturgie: Rita Thiele Licht: Susanne Ressin

Pressestimmen

NDR Kultur

„Das Publikum ist begeistert. Die knapp drei Stunden im Wohnzimmer der Tyrones werden nicht lang. Das liegt zum einen an den Schauspielern, neben Lina Beckmann sind das Charly Hübner, Felix Knopp und Christoph Luser. Die Regisseurin hat sie ihre Figuren spürbar entwickeln lassen und führt sie doch ganz genau in die Suchtspirale: Verzweiflung und Wut liegen bloß.“

Bild

„Ein finsterer Abend. Faszinierend anders. (…) Wirklich sehenswert.“

Hamburger Morgenpost

„Starke Leistung des prominenten Ensembles.“

Hamburger Abendblatt

Karin Henkel – eine der erfolgreichsten Regisseurinnen der vergangenen Jahre (…) baut eine aufdringliche, schonungslose Grundsituation, um diese bis ins Letzte verkorkste Familiengeschichte zu erzählen. (...) Henkel schafft damit Intimität und totale Ausgestelltheit zugleich, ein Konzept, das sich sofort erschließt.“

FAZ

"Eindrucksvoll souveräne Inszenierung mit einem famosen Ensemble."

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