Glaube Liebe Hoffnung

von Ödön von Horváth, unter Mitarbeit von Lukas Kristl

13. Mai 2016

SchauSpielHaus

Drei Stunden, 35 Minuten, eine Pause

Ödön von Horváth hat sein 1932 geschriebenes Stück »Glaube Liebe Hoffnung« als „kleinen Totentanz“ bezeichnet. Ein krasser Irrtum, möchte man meinen, denn die Erzählung von der jungen Frau, die wegen einer harmlosen Ordnungswidrigkeit ihre Selbstständigkeit aufgeben, und sich einer gnadenlos selbstbezogenen Gesellschaft ausliefern muss, ist kein kleiner Tanz, sondern der Bericht einer vollständigen Vernichtung. Dass Horváth einen solchen Untertitel wählt, erklärt sich aus einer von ihm selbst verfassten Randnotiz, die den Zwang zur Verharmlosung thematisiert: „Wie in allen meinen Stücken habe ich auch diesmal nichts beschönigt und nichts verhässlicht. Wer wachsam den Versuch unternimmt, uns Menschen zu gestalten, muss zweifellos feststellen, dass ihre Gefühlsäußerungen verkitscht sind, das heißt: verfälscht, verniedlicht und nach masochistischer Manier geil auf Mitleid, wahrscheinlich infolge geltungsbedürftiger Bequemlichkeit.“

»Glaube Liebe Hoffnung« ist die vierte Horváth-Inszenierung von Christoph Marthaler.

Fotos © Walter Mair / Sinje Hasheider

Es spielen: Jean-Pierre Cornu, Olivia Grigolli, Irm Hermann, Ueli Jäggi, Josef Ostendorf, Sasha Rau, Clemens Sienknecht, Clemens Sienknecht, Bettina Stucky, Ulrich Voß, Thomas Wodianka sowie Ruby Rawson, Manuela Wittig, Filiz Yildirim Regie: Christoph Marthaler Bühne: Anna Viebrock Kostüme: Sarah Schittek Licht: , Phoenix (Andreas Hofer) Dramaturgie: Stefanie Carp, Malte Ubenauf

Originalproduktion der [Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz]https://www.volksbuehne-berlin.de/ als Koproduktion mit den [Wiener Festwochen,]http://www.festwochen.at/ dem [Schauspielhaus Zürich,]http://www.schauspielhaus.ch/home dem [Théâtre de l’Odéon]http://www.theatre-odeon.eu/fr in Paris und dem [Théâtre de la Ville de Luxembourg.]http://www.lestheatres.lu/

Pressestimmen

NDR

"Marthaler zeigt der hochtourig laufen-den Fun-Gesellschaft die kalte Schulter. Statt auf Reizüberflutung setzt er auf die kleinen und feinen Töne und ist damit ganz bei Horváth. Ein schönes Beispiel, wie Christoph Marthaler das Theater geprägt hat – und es immer noch prägt.“ – NDR

Die ZEIT

"Marthaler dreht die politische Botschaft ins Zeitlose und führt uns durchs wilde Absurdistan. Das Normale erscheint monströs, das Traurige komisch und die Wirklichkeit wie ein Traum. Die Schauspieler sind grandios. Leicht erschöpft, leicht benebelt und doch seltsam beglückt tritt man nach dreieinhalb Stunden auf die Straße hinaus, wo alles so ist wie gewohnt." – Die ZEIT

Neues Deutschland

„Marthaler bleibt ein begnadeter Komiker. Slapstick mit Schmerz. Absurdität mit einer Aura absoluter Wahrhaftigkeit.“ – Neues Deutschland

Kulturradio vom rbb

„Diese fast vier Stunden an Unterhaltsam- und Ulkigkeit lassen kaum einen Wunsch offen.“ – Kulturradio vom rbb

Deutschlandfunk

„Marthaler zeigt, was für ein starkes und zugleich monströses Stück das ist: dieses Glaube Liebe Hoffnung.“ – Deutschlandfunk

Wiener Zeitung

„Eine eigenwillige, den Dichter beim Wort nehmende Horváth-Neuinterpretation mit einem schlichtweg großartigen Ensemble.“ – Wiener Zeitung

Alle Pressestimmen zeigen

Alle Pressestimmen zeigen

Empfehlungen