Lügen

von Ad de Bont, übersetzt ins Deutsche von Barbara Buri
/ Repertoire

Premiere 16/09/2016

JungesSchauSpielHaus Gaußstraße

Holland 2014. Pio Nikuze, dessen geliebter Vater vor 20 Jahren vor dem Bürgerkrieg in Ruanda geflohen ist, fühlt sich als Niederländer und glaubt, seinen Vater zu kennen. Die holländische Idylle wird zerstört, als eine ältere Frau, eine Tutsi aus Ruanda, ihm erzählt, für welche Taten sein Vater verantwortlich sein soll. Pio verschwindet und bricht den Kontakt zu seinem Vater ab. Doch seine beste Freundin überredet Vater und Sohn, ein „Gacaca“, ein Volksgericht nach alter ruandischer Tradition, abzuhalten. Denn Versöhnung sei nur durch Wahrheit möglich …

„Lügen“ von Ad de Bont ist eine moderne Familientragödie und ein politisches Aufklärungsstück. Schonungslos wird vom grausamen Völkermord in Ruanda erzählt – aus der Perspektive der Opfer und der Täter. Die Szenen, die in der friedlichen europäischen Gegenwart spielen, werden sukzessive überlagert von Traumata der Vergangenheit. Wie kann ein friedlicher Nachbar zu einem Massenmörder werden? Wie kann der geliebte Vater ein grausamer Schlächter gewesen sein? Wie lässt sich vergeben, wenn man nicht vergessen kann und alles verloren hat?

Ad de Bont ist einer der meistgespielten Autoren in Europa und seine Stücke zählen zu den Klassikern der Kinder- und Jugenddramatik. Mit dem Jungen SchauSpielHaus verbindet ihn eine lange Geschichte – „Mutter Afrika“ und „Die Odyssee“ wurden hier von Klaus Schumacher in Deutschland erstaufgeführt. De Bont schreibt genau recherchierte Stücke, die grausame Realitäten schonungslos thematisieren und gleichzeitig archaische Geschichten, die den Zuschauer tief berühren – und dabei immer Hoffnung aufscheinen lassen.

Fotos © Sinje Hasheider

>> Für Lehrer*innen:
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Es spielen: Hermann Book, Gabriel Kähler, Sophia Vogel

Regie: Klaus Schumacher Bühne und Kostüme: Katrin Plötzky Komposition und Live-Musik: Tobias Vethake Dramaturgie: Stanislava Jević

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Eine wühlende und intensive Inszenierung. […] Am Ende gibt es zu Recht langen und lauten Beifall für diese kluge Inszenierung eines schwierigen Stoffes.“

Hamburger Morgenpost

„Mit nur drei Spielern inszeniert Klaus Schumacher, Leiter des Jungen Schauspielhauses, die in Fakten eingebettete Familientragödie. […] Florence Adjidome überzeugt in vier sehr unterschiedlichen Rollen, Neuzugang Gabriel Kähler glaubt man die maßlose Verzweiflung, und Hermann Book gelingt die schier unmenschliche Balance zwischen liebendem Vater und Monster.“

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