Rocco Darsow

von René Pollesch

Uraufführung 12/12/2014

MalerSaal

Dauer: Eine Stunde, fünf Minuten, keine Pause

M: Weißt du, wenn uns jemand unerwartet seine leidenschaftliche Liebe erklärt, dann gibt es nichts vergleichbar Elementares, also an dem, was wir an Erfahrungen überhaupt machen können. Das ist wirklich das, was einen vom Hocker haut.

B: Wenn ich jemandem meine Liebe gestehe... am Telefon zum Beispiel... Ich hör dann am anderen Ende immer nur „Oh mein Gott!“

C: Also der, dem ich die Liebe gestehe, kann sich nur so äußern, völlig überrascht. Er denkt, was soll das jetzt werden, und nach etwa zwei Wochen versuch ich meinen Fehler zurückzunehmen, und ich sage: das, was ich neulich gesagt habe, stimmt gar nicht, und der andere ist wieder gleichermaßen erschrocken. Das beweist doch, dass man ihn dazu gemacht hat, zu einem Geliebten, und es hat ihn so sehr erschüttert, dass er es angenommen hat.

M: Weißt du, ich kann mich ganz genau an den erschrockenen Blick erinnern, den du damals hattest, als ich dir sagte, ich liebe dich gar nicht. Ich hätte das neulich nur so gesagt. Und er war nicht etwa deshalb erschrocken, der Blick, weil du mich auch liebst oder weil du dich jetzt darauf eingestellt hattest. Nein. Es war einfach so: Ich hatte dich zu dem gemacht, der geliebt wird. Und das war damit Realität, der du dich nicht entziehen konntest. Darüber erschrakst du. Und ist nicht das die Realität, die immer so tut als wäre sie schon da, aber sie ist immer erst nachträglich da.

Fotos © Thomas Aurin

Es spielen: Sachiko Hara, Christoph Luser, Bettina Stucky, Martin Wuttke Regie: René Pollesch Bühne und Kostüme: Janina Audick Video: Ute Schall Licht: Susanne Ressin Dramaturgie: Sybille Meier

Pressestimmen

Die Welt

„Dieser Abend ist eine Liebeserklärung, die selbst eine verdient hat. Ein postdramatisches Kunstwerk und bezauberndes Avantgardestück. Schöner, umfassender, verwirrender und verworrener ist die Erklärung des menschlichen und allzumenschlichen Urknalls namens Liebe seit Shakespeare selten auf die Bühne geworfen worden.“

Frankfurter Rundschau

„Dieser Abend hat das Zeug zum Kult.“

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