Johan Simons

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Johan Simons

Geboren 1946, aufgewachsen im niederländischen Heerjansdam. Im Alter von sieben Jahren erlebt er die Überschwemmungskatastrophe von 1953; eine Erfahrung, die ihn seine ganze künstlerische Laufbahn lang prägen wird. Nach der Ausbildung zum Tänzer an der Rotterdamer Akademie und zum Schauspieler an der Theaterakademie in Maastricht wird Johan Simons 1976 Direktor und Schauspieler der Haagsche Comedie, wo er seine erste Aufführung inszeniert. 1985 gründet er zusammen mit dem Komponisten und Schlagzeuger Paul Koek die Theatergroep Hollandia, die weit weg von den großen Theaterstädten, tief in der niederländischen Provinz vor allem Bauernstücke von Franz Xaver Kroetz und Herbert Achternbusch, italienische Stoffe von Pier Paulo Pasolini und Luchino Visconti und griechische Klassiker inszeniert. 2001 fusioniert Hollandia mit dem Zuidelijk Toneel in Eindhoven zu ZT/Hollandia, einer der größten Truppen der Niederlande. Johan Simons wird ihr künstlerischer Direktor. Nach der Auflösung von ZT/Hollandia im Jahre 2005, übernimmt er die Leitung des Publiekstheater, das er in NTGent umbenennt. Seit 2000 wird Johan Simons regelmäßig als Gastregisseur von deutschsprachigen Theatern eingeladen, u.a. vom Schauspielhaus Zürich, dem Staatstheater Stuttgart und den Münchner Kammerspielen. Mit seiner Münchner Inszenierung von Heiner Müllers »Anatomie Titus« wird er 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. »Elementarteilchen« nach Houellebecq am Schauspielhaus Zürich wird als beste deutschsprachige Aufführung 2004 mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet. 2010 übernimmt Johan Simons die Intendanz der Münchner Kammerspiele. Seine Inszenierungen von »Gesäubert/ Gier/ Psychose 4.9« von Sarah Kane und »Die Straße. Die Stadt. Der Überfall« von Elfriede Jelinek werden zum Theatertreffen eingeladen. 2015 übernimmt Johan Simons die Intendanz der Ruhrtriennale.

Am Deutschen SchauSpielHaus inszeniert er »Die Neger« von Jean Genet, eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen und den Münchner Kammerspielen.

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