Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte 10+

Eine Krankenhaus-Komödie von Anna Woltz
Deutsch von Andrea Kluitmann
/ Repertoire

Premiere 26/01/2019

Große ProbeBühne

Dauer: Eine Stunde. Zwanzig Minuten. Keine Pause.

Termine

„Vor küssenden Eltern braucht man keine Angst zu haben. Eltern werden erst gefährlich, wenn sie sich nicht mehr küssen.“ Das wissen die 12-jährige Fitz und ihre kleine Schwester Bente jetzt. Ihre Eltern haben ihnen – „netterweise“ am zweiten Weihnachtstag – mitgeteilt, dass sie sich scheiden lassen. Es wäre zwar ganz schön gewesen, eine Familie zu sein, jetzt wollten Vater und Mutter aber doch lieber getrennte Wege gehen. Fitz und Bente sind untröstlich. Sie wollen nicht mit einer „Hin-und-Her-Tasche“ leben müssen.

Doch plötzlich passiert etwas, das ihnen wieder Hoffnung gibt. Durch einen Unfall, bei dem Bente eine Fingerkuppe verliert, muss sie ins Krankenhaus. Die ganze Familie findet sich dort wieder und Fitz kommt auf die Idee, dass ihre Eltern vielleicht einfach eingegipst werden müssen, damit sie wieder zusammen kommen ... Wir erleben nur einen einzigen Tag im Leben von Fitz und ihrer Familie und lernen im Krankenhaus dennoch sehr viele unterschiedliche Figuren und ihre Geschichten kennen. Und Fitz muss feststellen: Obwohl ein Drittel aller Ehen geschieden wird, verlieben sich die Menschen trotzdem immer wieder! Da ist der Krankenpfleger Douwe, der Bentes Fingerkuppe verarztet, Witze über Zombiefilme macht, in denen sie jetzt mitspielen könnte, dessen Haare nach Melone riechen und in den sich Bente verguckt. Da ist die hübsche Krankenschwester Yasmine mit den Segelohren, in deren wunderbare Stimme sich der Arzt Dr. de Gooier verliebt. Da ist Primula, ein kleines Mädchen, das herzkrank ist, und die für Dr. Wong schwärmt, der – nach ihren eigenen Worten – „bei der OP ihr Herz berührt hat“. Und da ist natürlich Adam, der etwas ältere Junge, der da plötzlich am Fenster steht und in den sich Fitz ein kleines bisschen verliebt, was sie aber lange nicht zugeben will ... Vielleicht hat die Liebe doch noch eine Chance verdient? Und vielleicht bleibt man eine Familie, die in Notfällen zusammenhält, auch wenn Mama und Papa kein Liebespaar mehr sind?

Anna Woltz erzählt einfühlsam und glaubwürdig aus der Perspektive einer Pubertierenden von der großen Wut und Enttäuschung, die Trennungskinder erleben. Umso schöner, dass „Gips“ gleichzeitig ein sehr unterhaltsames Buch über Liebe und Freundschaft ist. Zu Recht wurde es für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert.

Für Lehrer*innen
Hier finden Sie Unterrichtsmaterial zu dieser Inszenierung

Fotos: Sinje Hasheider

Es spielen: Hermann Book, Sergej Gößner, Gabriel Kähler, Kristina Nadj, Christine Ochsenhofer, Sophia Vogel

Regie: Klaus Schumacher Ausstattung: Katrin Plötzky Komposition: Tobias Vethake Dramaturgie: Stanislava Jević Video: Stefanie Rübensaal Licht: Jonathan Biendarra Ton: Caroline Woelke

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Starke Jugendbuch-Fassung im Schauspielhaus. »Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte« erzählt unterhaltsam von Trennung und Liebe. (…) Schumacher erzählt »Gips« mit viel Humor und nimmt gleichzeitig Tod und Krankheit ernst, er erzählt von Liebe und denkt trotzdem auch an deren Ende. Das ist nicht wenig für eine Inszenierung, die so leichtfüßig und unterhaltsam daherkommt, wie diese.“

Die Welt

„Regisseur Klaus Schumacher steuert den Abend der Trauerarbeit mit Humor, Slapstick und Dirty Dancing zu einem tatsächlich quietschvergnügten Finale. “

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