Alles nur aus Zuckersand 10+

von Dirk Kummer
in einer Fassung von Stanislava Jević und Klaus Schumacher

„Mir wird plötzlich klar, dass Jonas und ich genau durch diese Mauer getrennt sein werden. Mein Freund drüben und ich hier. Kontaktsperre auf unbestimmte Zeit.“

Fred und Jonas sind zehn Jahre alt und Freunde fürs Leben. Sie gehen in die gleiche Klasse, verbringen ihre Freizeit am Falkensee mit Abenteuerspielen und träumen davon, eines Tages gemeinsam nach Australien zu reisen, um sich wie die Aborigines nur durch Telepathie verständigen zu können. Ihre Kindheit ist aber alles andere als unbeschwert. Sie wachsen im Ost-Berlin der 70er Jahre auf und ihr Alltag ist durchtränkt von DDR-Ideologie und sozialer Kontrolle. Auf ihren Streifzügen nahe der Grenze erleben sie sogar, wie dort auf Menschen scharf geschossen wird. Freds Vater ist Zollbeamter und fordert linientreues Verhalten von Frau und Kindern ein. Jonas hingegen wächst allein mit seiner Mutter auf, die an Gott glaubt und ihren Sohn freiheitlich erziehen will. Als Jonas’ Mutter für sich und ihren Sohn einen Ausreiseantrag in die BRD stellt, werden sie gesellschaftlich geächtet und Fred darf seinen Freund nicht mehr treffen. Plötzlich merken Fred und Jonas, dass West-Berlin für Ost-Berliner*innen genauso weit weg ist wie Australien. Schließlich schmieden die Freunde einen abenteuerlichen Plan, wie sie sich wiedersehen können: In einer verlassenen Ziegelei fangen sie an, einen Tunnel bis ans andere Ende der Welt zu graben – dann muss Jonas von Australien aus Fred einfach nur etwa 6.000 Kilometer entgegenbuddeln … Das Kinderbuch „Alles nur aus Zuckersand“ von Dirk Kummer basiert auf seinem eigenen, preisgekrönten Fernsehfilm „Zuckersand“. Dirk Kummer, der selbst in Ost-Berlin aufgewachsen ist, erzählt detailgetreu, tiefgründig und bedacht vom Leben in der DDR aus der Kinderperspektive. Klaus Schumacher wird die berührende Geschichte über Freundschaft und Diktatur am Jungen SchauSpielHaus zur Uraufführung bringen.

Foto: Sinje Hasheider



Regie: Klaus Schumacher Dramaturgie: Stanislava Jević Ausstattung: Katrin Plötzky Komposition: Tobias Vethake
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