Der Geheimagent

von Joseph Conrad

Premiere 12/11/2021

SchauSpielHaus

Dauer: Fünf Stunden. Eine Pause.

Termine

29/
01/Sa SchauSpielHaus / 2G-Spezial
13/
02/So SchauSpielHaus / 2G mit Abstand

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Ein internationales Gipfeltreffen führender Politiker soll stattfinden. Die Geheimdienste kämpfen gegen terroristische Angriffe überall in Europa, aber sie bekämpfen sich auch untereinander: So erscheint die englische Gesetzgebung einem ausländischen Geheimdienst viel zu liberal. Was tun? Man beauftragt einen Agent Provocateur damit, ein Bombenattentat in London durchzuführen. Im Schock werden die Briten ihre Gesetze verschärfen, so das Kalkül. Was wie eine Vision aus dem 21. Jahrhundert klingt, liegt der Handlung eines Romans zugrunde, den Joseph Conrad 1907 veröffentlicht. »Der Geheimagent« ist Adolf Verloc, der mit seiner Frau Winnie und ihrem geistig behinderten Bruder Stevie einen schmuddeligen Laden im Londoner Stadtteil Soho betreibt. Verloc führt ein Doppelleben: Er spioniert als Spitzel der britischen Polizei, aber auch einer ausländischen Botschaft anarchistische Kreise aus. Eines Tages bekommt er seitens der Botschaft den Auftrag, einen fingierten Terroranschlag auf die Sternwarte von Greenwich auszuführen. »Der Geheimagent« ist ein knallharter Politikkrimi um die Täuschungen und Selbsttäuschungen aller beteiligten Figuren. Seinem schonungslosen Blick auf private und ideologische Abgründe gewinnt Joseph Conrad auch zahlreiche komische Momente ab, denn die Figuren verstehen sich nicht oder sie verstehen sich falsch, sei es aus Ignoranz, Borniertheit oder Naivität.


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Fotos: Thomas Aurin

Es spielen: Paul Behren, Charly Hübner, Matti Krause, Anne Müller, Josef Ostendorf, Angelika Richter, Michael Weber

Regie: Frank Castorf Bühne: Aleksandar Denic Kostüme: Adriana Braga Peretzki Licht: Lothar Baumgarte Künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink Stand-In Live-Kamera: Martin Prinoth Live-Kamera: Andreas Deinert, Severin Renke Video- und Live-Schnitt: Alexander Grasseck, Marek Lukow Sounddesign: William Minke Tonangler: Michael Genter, Jochen Laube Dramaturgie: Patric Seibert

Pressestimmen

NDR 90,3

„Bühnenanarchist Castorf hat wieder einmal gezaubert, hat in seiner Trickkiste gewühlt, hat einen Roman gefunden, nämlich Joseph Conrads "Der Geheimagent" von 1907. Einen Krimi-Plot, der sich perfekt eignet für seine Erzählweise, seine multi-aufgesplitterte Theaterwelt in Kinoformat. Im Mittelpunkt steht Charly Hübner als Adolf Verloc, ein biederer Ladenbesitzer, der insgeheim Informationen über Londoner Anarchisten sammelt und sie an eine ausländische Botschaft weitergibt. Irgendwann wird sich sein Schwager, der geistig Behinderte Stevie, mit einer Bombe in die Luft sprengen.“

dpa

„Castorf spickt die Geschichte mit Kolonial-Erzählungen, mischt Französisches und Britisches, den Brexit, die Liebe und landet am Ende bei einem blutigen Mysterienspiel und einem ausgedehnten Totentanz. Das durchweg fantastisch aufspielende Ensemble begeistert in zahlreichen intensiven Begegnungen, die immer wieder per Video auf eine große Leinwand projiziert werden. Atempausen verschaffen dem Publikum die häufig ausgespielten Blues-Songs. Aber auch Paul Behren verzaubert am Keyboard als Chansonnier.“

nachtkritik.de

„An der Elbe ist ein neuer Castorf angesagt. Fünf Stunden Reise ins London des 19. Jahrhunderts, zu Dämmergestalten, Geheimagenten und anarchistischen Umstürzlern. Und von dort ins koloniale Herz der Finsternis. Joseph Conrad liefert den Stoff, und ein Topensemble um Charly Hübner und Paul Behren verfeuert ihn.“

Hamburger Abendblatt

„Der Abend erschlägt, ist von allem zu viel und vor allem viel zu lang, ist gnadenlos, ermüdend – und darin furios. Das Ensemble ist schlicht brillant.“

Süddeutsche Zeitung

„Dieser „Geheimagent“ ist eine actionreiche Szenenrevue der schönen Andeutungen, eine goldig anarchische Show. […] Die tollen Verkleidungen von Adriana Braga Peretzki reichen vom Zylinder- und Hausmantelstil des 19. Jahrhunderts zu Sambamode aus dem brasilianischen Karneval und bodenlanden Dreadlocks. Und in dieser aufwendigen Bereitschaft zu Glamour und Grandezza agieren die sechs Schauspieler als explosive Mischung.“

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