Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt / Repertoire

Premiere 25/04/2015

SchauSpielHaus

Dauer: Eine Stunde, 20 Minuten, keine Pause

„Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.“

In einem beschaulichen Schweizer Sanatorium ereignet sich eine Mordserie an Krankenschwestern, dabei leben hier nur noch drei harmlose Patienten: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton und dem dritten – Johann Wilhelm Möbius – erscheint der König Salomon. Doch etwas stimmt nicht, und immer deutlicher offenbart sich, dass Möbius den Irren nur spielt. Er hat die „Weltformel“ entdeckt, deren Anwendung katastrophale Folgen für die Menschheit haben würde, weshalb er sich und sein Wissen im Irrenhaus versteckt. Doch kann einmal Gedachtes vor der Welt verheimlicht werden?

Dürrenmatt schreibt »Die Physiker« 1961 als eine groteske Komödie, in der er den Menschen als Mängelwesen in einer sich fortwährend technisierenden Welt zeigt: „Der Mensch sieht sich immer gewaltiger von Dingen umstellt, die er zwar handhabt, aber nicht mehr begreift.“ Dinge, die die ganze Menschheit auslöschen könnten, haben gerade erst einen Namen erhalten und zugleich ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass das Ende der Welt von nun an in der Hand des Menschen selbst liegt: als mögliche Folge einer aktiven Handlung oder als Kontrollverlust über die eigene Technik.

Sebastian Kreyer zeigt mit »Die Physiker« nach »Die Glasmenagerie« seine zweite Arbeit am Deutschen SchauSpielHaus.

Fotos © Sandra Then

Es spielen: Karoline Bär, Yorck Dippe, Ute Hannig, Sachiko Hara, Paul Herwig, Markus John, Anja Laïs, Maik Solbach und Daniela Holtz, Fabian Rogall, Marlon Hangmann

Regie: Sebastian Kreyer Bühne: Thomas Dreißigacker Kostüme: Maria Roers Licht: Annette ter Meulen Dramaturgie: Michaela Predeick

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

Im zweiten Teil, als die drei irren Physiker zugeben, dass sie alle nur etwas vorgetäuscht haben, wird’s wirklich komisch. (…) Zu Krimimusik jagen sie einander wie in einem Slapstick. (…) Heute, so lernen wir, gewinnen nicht mehr die kalten Krieger, sondern nur noch die Großkonzerne. Großer Jubel.

DIE ZEIT

Und doch schafft es Kreyer immer wieder, den kurzweiligen (und 85 Minuten kurzen) Abend in eine andere Dimension zu drehen, wo der Wahnsinn Methode kriegt und das alte Stück als Parabel gegenwärtiger Gefahren wirkt. Die großartigen Schauspieler helfen dabei nach Kräften mit.

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