Eine Frau flieht vor einer Nachricht

von David Grossman / Repertoire

Premiere 17/01/2020

MalerSaal

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17/
01/Fr MalerSaal / Premiere

Literatur und Realität – Kunst und Krieg, wenn das nicht zynisch klingt – stießen kaum je so hart und direkt aufeinander wie in David Grossmans von der Kritik gefeiertem, tief beeindruckenden Roman. 2006 stirbt während der Arbeit der älteste Sohn des israelischen Autors bei einem Militäreinsatz in den letzten Stunden des Libanonkriegs. Das zentrale Motiv des Buchs wiederholt sich real… Ora, die Frau, die vor einer Nachricht flieht, erzählt: von ihrer Liebe zu zwei Männern, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland meldet. Ora setzt sich in Bewegung, will das Schicksal nicht einfach passiv auf sich nehmen, sondern sucht den Sohn durch Erinnern, durch Erzählen für sich am Leben zu halten. Sie hofft, das drohende Unglück zu bannen, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, der im Sechstagekrieg selbst Soldat war, von Ofers Vorhaben berichtet. Und unerreichbar zu sein, falls das Schreckliche geschieht. Auch die Söhne, die Männer verfolgt Grossman auf ihrem Weg, und schildert, was der Krieg aus ihnen macht. – Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt die großen Fragen in den kleinen Erlebnissen des Alltags. In jedem seiner Momente zeigt er das Leben seiner Figuren unauflöslich mit Politik verflochten. Paradoxerweise sind es die Kraft und Zartheit, Verletzbarkeit und Offenheit seiner Sprache, seine besondere Art zu erzählen, die tatsächlich den Krieg in seiner umfassenden Realität spürbar machen.
Dušan David Pařízek hat bereits Grossmans Roman »Kommt ein Pferd in die Bar« für die Salzburger Festspiele zu einer erfolgreichen und vielerorts gezeigten deutschsprachigen Erstaufführung gebracht.

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