Quai West

von Bernard-Marie Koltès / Repertoire

Premiere 18/04/2020

SchauSpielHaus

Termine

18/
04/Sa SchauSpielHaus / Premiere

Ein stillgelegtes Dock in einem heruntergekommenen Hafenviertel am Fluss. Hierher lässt sich Maurice Koch, ein Bankier, der Millionen veruntreut hat, von seiner Sekretärin Monique chauffieren, um Selbstmord zu begehen. Doch der Versuch misslingt. Ein obdachloser Schwarzer namens Abad holt ihn aus dem Wasser. Ein verfallenes Lagerhaus, ein dunkler Ort, der Boden rutschig, Licht fällt nur durch Löcher im Dach. Mit gebrochenem Fuß hinkt Maurice in die verrottete Halle, und hier treffen er und Monique auf eine Einwandererfamilie, die ihrerseits versucht, die reichen Eindringlinge abzuzocken. Die Eltern, Cécile und Rudolphe, sind vor dem Krieg im Heimatland geflüchtet, eine Entscheidung, die Cécile mittlerweile infrage stellt. Dagegen träumt ihr Sohn Charles von einem besseren Leben auf der anderen Seite des Flusses. Seine kleine Schwester Claire will ihm folgen, doch zunächst verscherbelt Charles ihre Entjungferung an seinen Kumpel Fak. Eine merkwürdige Konstellation von Menschen, die nur dieser seltsame Ort ermöglicht. Und alle sind damit beschäftigt, ununterbrochen zu tauschen, Geschäfte zu machen, zu dealen, ein Handeln, „das sich aus tausend gewöhnlichen Dramen zusammensetzt: aus Verlangen, Geldgier, vermeintlichem Einverständnis, aus tiefen Geheimnissen, die jeder für sich behält“ (Koltès).
»Quai West« wurde 1986 uraufgeführt. Die Bedeutung des früh verstorbenen Autors Koltès ist unstrittig: Sein Werk ist politisch absolut gegenwärtig, realistisch, geheimnisvoll, hart, unerbittlich, poetisch, tragisch und komisch zugleich.



Regie: Michael Thalheimer Bühne: Olaf Altmann Kostüme: Michaela Barth Komposition: Bert Wrede Dramaturgie: Rita Thiele
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