Richard the Kid & the King

nach William Shakespeare
Fassung von Karin Henkel, Sybille Meier und Andrea Schwieter
Mit Texten aus »Eddy the King« aus »Schlachten!« von Tom Lanoye und Luk Perceval
Deutsch von Rainer Kersten
Regie: Karin Henkel
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2021

Premiere 03/09/2021

SchauSpielHaus

Drei Stunden. Fünfzig Minuten. Eine Pause.

Termine

20/
11/Sa SchauSpielHaus / 2G-Vorstellung
28/
12/Di SchauSpielHaus / 2G-Vorstellung

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Er war eine schwere Geburt. Die Ankunft Richards III. auf der Welt ist überschattet von merkwürdigen Vorzeichen. Wäre es vielleicht besser gewesen, dieses Kind wäre nie geboren? Richards Mutter, die Herzogin von York, ahnt Böses: Von Anfang an bleibt ihr der Sohn dunkel und fremd. Kaum kann sie Liebe zu ihm entwickeln, wie er auch sonst überall auf Ablehnung stößt. Später, im jugendlichen Alter, erweist er sich in den Schlachten um die englische Krone als äußerst kaltblütig, brutal – und erfolgreich. Sind Machtgier, Skrupellosigkeit und Zerstörungswut Ergebnis einer zerstörten Kindheit? Sind die Ursachen in sozialen und familiären Kontexten auszumachen oder gibt es schlicht keine erschöpfende Erklärung
für die Existenz egomaner und boshafter Machtmenschen? Mit Richard III. betritt einer der größten Antihelden der Theaterliteratur die Bühne: schamlos, gierig, gewalttätig, schlechthin die Inkarnation des Bösen. Zugleich ist er eine Hauptattraktion des Shakespeare’schen Kosmos: hellsichtig, witzig, heuchlerisch, verführerisch. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen, ist ein großer Lügner, ein Virtuose der Instrumentalisierung anderer und der genussvollen Selbstinszenierung. Ein genialer Coup, der diese Rolle bis heute zu einer außerordentlichen schauspielerischen Aufgabe macht.
Karin Henkel nimmt die Königsdramen »Heinrich VI.« und »Richard III.« als Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. Unter Verwendung von Texten aus »Schlachten!« von Tom Lanoye und Luc Perceval, übersetzt von Rainer Kersten, richtet sie in »Richard the Kid« den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Königsherrschaft in den sogenannten „Rosenkriegen“.
In »Richard the King« befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen?

Shakespeare zeigt auf eindrückliche Weise das kollektive Versagen eines ganzen Landes und die Deformation einer verunsicherten Gesellschaft, deren zunehmende Verrohung den Aufstieg des Tyrannen erst ermöglicht. Beunruhigend bleibt, was hinter unserem Vergnügen steckt, Richard in seinen dunkelsten Machenschaften zu folgen.

2G-VORSTELLUNG

Die Vorstellung von »Richard the Kid and the King« am 28/12 ist eine 2G-Veranstaltung.
Der Vorstellungsbesuch ist in diesem Fall nur für genesene und vollständig geimpfte Zuschauer*innen möglich. Im Saal können wir damit wieder jeden Platz besetzen, so dass Sie wieder „wie gewohnt“ aus allen verfügbaren Karten frei auswählen können. Weitere 2G-Vorstellungen sind im Spielplan entsprechend gekennzeichnet.

Bitte machen Sie sich vor Ihrem Besuch im SchauSpielHaus mit den folgenden Sicherheitshinweisen und Verhaltensregeln vertraut. Aktuelle Informationen finden Sie hier:

Fotos: Monika Rittershaus


Es spielen: Lina Beckmann, Sachiko Hara, Paul Herwig, Alexander Maria Schmidt, Maik Solbach, Kate Strong, Bettina Stucky, Kristof Van Boven, Michael Weber Mit: Rolf Bach, Frederik Börner, Dennis Feuerhacke, Thomas Geiger, Allan Naylor, Maximilian Posny, Inga Rumohr, Bettina Woitt, Filiz Yildirim

Regie: Karin Henkel Bühne: Katrin Brack Kostüme: Klaus Bruns Licht: Rainer Casper Musik: Arvild J. Baud Dramaturgie: Sybille Meier, Andrea Schwieter

Pressestimmen

Neue Zürcher Zeitung

„Beckmann wechselt ihre Emotionen für Augenblicke, tänzelt und gurrt, lauert und lügt, bläht sich und erschrickt, als sähe sie ihr Spiegelbild. […] Karin Henkel stellt ihr drei Schauspielerinnen bzw. Schauspieler zur Seite, die das ganze waghalsige Unternehmen, das so kühn und stimmig zwischen Gossensprache und ziseliertem Original switcht, zu einem Triumph machen. […] Ein makabres Kostümfest, ein übermütiges Spiel mit der hohen irritierenden Kunst des Spielens.“

Hamburger Abendblatt

„Der bei weitem größte, aber nicht der einzige Grund, diese Aufführung toll zu finden, heißt Lina Beckmann. Sie hat eine enorme Präsenz, die einen von Anfang an tief ins harte Gestühl drückt. […] In dieser Hosenrolle ist sie ein geschlechtsübergreifend erbarmungsloser Richard. […] Gegen so viel Energie anzuspielen, ist, vorsichtig ausgedrückt: nicht einfach. Dass es dem Rest des Ensembles gelingt, macht den ohnehin schon sensationellen Abend nur noch packender und sehenswerter.“

Der Standard

„Lina Beckmann [entwickelt] in der Titelrolle eine komplexe, zwischen Facetten des Bösen und der Verwundung changierende Darstellung. Furios fächert sie den berühmten Shakespeare-Helden in seiner erbarmungswürdigen Perfidie auf und ist das Ereignis der Inszenierung.“

Die Presse

„Die Premiere […] war ein Triumph. Den Hauptgrund dafür liefert die fantastische Protagonistin mit kongenialen KollegInnen um sie herum: Lina Beckmann spielt den Antihelden als Kind, als Herzog von Gloucester und schließlich als König mit so ungeheurer Energie, dass man bei dieser Figur wohl auf lange Zeit ‚Bühnenqueen Lina‘ mitdenken wird.“

Hamburger Abendblatt

„Karin Henkels Fast-Vier-Stunden-Version von „Richard the Kid & the King“ beschert dem Deutschen Schauspielhaus einen Triumph zur Saisoneröffnung. Dass dieser Abend gelingt, liegt natürlich an Lina Beckmann, aber längst nicht allein. Das gesamte Ensemble spielt bravourös. Das muss man gesehen haben.“

Kultur Port

„So packend und prägnant, wie in der Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und unter der Regie von Karin Henkel, die mit Sybille Meier und Andreas Schwieter die aktuelle Fassung verantwortet […], hat man den letzten Teil der Shakespeare‘schen York-Tetralogie wohl kaum jemals als Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse vorgeführt bekommen. Was Lina Beckmann als Richard an diesem Abend bietet, ist einfach unfassbar gut. Das Publikum dankte mit Ovationen.“

NDR Kultur

„Wie Lina Beckmann diesen Richard spielt, ist atemberaubend: kindlich, brutal, verspielt, unsicher, verführerisch und in jeder Sekunde hochkonzentriert. Sie tanzt, flüstert, weint und schreit - und hat mit Kate Strong, Bettina Stucky und vor allem Kristof Van Boven großartige Partner. Am Ende begeisterter Applaus, stehend.“

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