Bluets

Fassung von Katie Mitchell und Sybille Meier
Basierend auf dem Buch von Maggie Nelson
Aus dem Englischen übersetzt von Jan Wilm
/ Repertoire

Uraufführung 15/03/2019

MalerSaal

Dauer: ca. Eine Stunde. Fünfunddreißig Minuten. Keine Pause.

Termine

Welche Farbe hat das Universum? Ist es ein „Blasstürkis“, wie uns eine computerberechnete Untersuchung in einer Naturkundezeitschrift wissen lässt? Oder doch eher „Zartbeige“, weil sich der Computer nämlich verrechnet hat? „Das Herz der Welt ist blau“, wollen wir lieber mit Maggie Nelson denken. Der blaue Planet, die blaue Stunde, Blue Movies, blau sein, den Blues haben – keine andere Farbe weist ein solches Spektrum an Bedeutung auf. Und so kreist Maggie Nelson in 240 leuchtenden Prosaminiaturen um ihre Obsession der Farbe Blau, die sie mit ihrer Objektsammlung und ihrem Verlassenwordensein, dem „weiblichen Starren“ und ihrem Sex, einer Depression und klugen Reflexionen verbindet. Die äußerst präzisen und hoch empfindsamen Kurztexte bewegen sich zwischen Poesie und philosophischem Essay, Memoir und Meditation. Lose und assoziativ beziehen sie sich aufeinander, wie auch jede Skizze für sich alleine stehen könnte.
„Warum blau? Man stellt mir oft diese Frage. Ich weiß nie, wie ich darauf antworten soll. Ich will sagen: Wir haben keine Wahl, wen oder was wir lieben. Wir haben einfach keine Wahl.“ „Das Buch ist eine Schönheit“, rezensierte kürzlich Die Zeit. Die britische Regisseurin Katie Mitchell wird diese eigenwilligen blauen „Propositionen“ zum Ausgangspunkt ihrer neuesten Inszenierung machen.

Fotos: Stephen Cummiskey

Es spielen: Yorck Dippe, Ute Hannig, Paul Herwig, Julia Wieninger

Regie: Katie Mitchell Bühne: Alex Eales Kostüme: Clarissa Freiberg Lichtdesign: Anthony Doran Videodesign: Grant Gee Sounddesign: Donato Wharton Ton: Katja Haase, Finn Corvin Gallowsky Video: Marcel Didolff Dramaturgie: Sybille Meier Regiemitarbeit: Lily McLeish

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„»Bluets« ist eine kluge Meditation über das wahnhafte Verhältnis zu einer Farbe, vor allem aber über Seelenschmerz und Trauer. Die wohlgeformten Sätze rauschen wohlig durch den Körper. Wenn man schon ins Blaue wegdriften will, holt einen Katie Mitchell mit einem ihrer sehenswerten und überraschenden Bühnentricks wieder in die Gegenwart zurück.“

Die deutsche Bühne

„Zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler sitzen an Lesetischen – und erfinden Theater. (…) Eine ,technische Choreographie‘ liegt den 100 Spielminuten zu Grunde, die auch die oben links und rechts im Malersaal sitzenden Kolleginnen und Kollegen von Licht- und Tonregie einbezieht, die die live erzeugten Bilder und Klänge mit den vorbereiteten aus den Konserven koordinieren. Dieser vielköpfige Apparat funktioniert extrem eindrucksvoll. (…) Katie Mitchell erzählt in Hamburg eine verzweifelt-unerfüllte Liebesgeschichte – und dass sie so gar nicht aussieht, ist vermutlich das Wichtigste.“

nachtkritik

„Man kann Julia Wieninger beim Denken zuhören, überträgt ihr leichtherzig die Autorenschaft, reist mit ihr durch ihr Forschen, ihr Leiden, ihre Liebe, folgt ihr durch den Alltag zwischen New York und Los Angeles, zwischen Sex und Sehnsucht. (…) Yorck Dippe, Ute Hannig und Paul Herwig bauen Räume für die Gedanken der Erzählerin, arrangieren Live-Bilder für verschiedene Kameras, produzieren Sounds. (…) Sie bauen die erwartete – und dringend notwendige – Illusion rund um die Wort gewordenen Gedanken, sie erschaffen Atmosphären.“

Der Freitag

„Taugt diese Prosa für eine Theateradaption? Ja. Auch weil Regisseurin Katie Mitchell gar nicht erst versucht, der essayistischen Versuchsanordnung eine Handlung überzustülpen. »Bluets« hat keine, es ist eine Meditation, eine Reflexion, erkenntniserweiternd, klug, zart, mitunter sehr intim, sehr geradeheraus, wenn es um Sex geht. (…) »Bluets« als Stück schafft durch die Umsetzung in Ton und Bild eine Art distanzierte Unmittelbarkeit, einen intellektuellen Sog, eine haptische Melancholie. Mitchell gelingt etwas Faszinierendes: die Erzeugung eines reflektierten Rauschs in Blau.“

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