Alles wie gehabt oder Zeitenwende?
Dokumentarfilm von Martin Keßler
(2017, ca. 140 Minuten)


Eine Zugfahrt am Rhein entlang, vorbei an der Loreley und Burg Pfalzgrafenstein, schon immer eine Landschaft deutschnationaler Befindlichkeiten und Sehnsüchte, über die aber auch Heinrich Heine dichtete. Im Off ist die Antrittsrede Donald Trumps als Präsident der USA am 20. Januar 2017 zu hören. Wohin wird sich Deutschland nach dem Abschied der USA von der geistigen Führungsrolle des Westens entwickeln?

Als der Dokumentarfilmer Martin Keßler vom Europatreffen der Rechtsnationalisten in Koblenz erfährt, bei dem Marine Le Pen, Frauke Petry, Geert Wilders und andere Politiker europäischer Rechts-Parteien den nationalen Aufbruch zelebrieren, entschließt er sich zu seiner Reise in den Herbst, die ihn über viele Stationen auch zu den G20-Protesten in Hamburg führen wird. Im Vorfeld des G20-Gipfels besucht er den FAQ-Room mit Jean Ziegler im Deutschen SchauSpielHaus. Daraus folgt ein bemerkenswertes Interview im MarmorSaal, in dem Jean Ziegler vom „Raubtierkapitalismus“ spricht, der „die Demokratie in die Brüche“ zwingt, weil das brutale Wirtschaftssystem die Verlierer in die Hände der Rechtsextremen lockt.

Ein übertriebenes Untergangsszenario? Oder alles wie gehabt? Erleben wir eine Zeitenwende? Diese Frage stellt Martin Keßler, indem er öffentliche Auftritte von Politikerinnen und Politikern vor und während der Bundestagswahl begleitet, aber auch Statements und Bilder von Menschen zeigt, die Widerstand leisten. Es sind die Vertreter einer Bewegung, die Jean Ziegler als „neue planetarische Zivilgesellschaft“ bezeichnet: „Die Kirchen, Gewerkschaften, Attac, Amnesty, Greenpeace, die Frauenbewegung, die an ganz verschiedenen Fronten gegen die Weltdiktatur der Oligarchien“ kämpfen.

Schauen Sie hier den Trailer zum Film.

>> Im Anschluss an die Hamburger Filmpremiere im SchauSpielHaus findet ein Publikumsgespräch statt. Es diskutieren mit den Zuschauern der Filmemacher Martin Keßler, der Autor und Regisseur Falk Richter (inszenierte hier zuletzt Jelineks Uraufführung »Am Königsweg«) und der Hamburger Autor und Publizist Karl-Heinz Dellwo.

In Zusammenarbeit mit Martin Keßler Filmproduktion und teorema e. V.

Mit freundlicher Unterstützung von

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