von Christoph Hein in einer Bühnenbearbeitung von Dušan David Pařízek
Regie: Dušan David Pařízek
Übernahme vom Schauspiel Hannover, Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
/ Repertoire

SchauSpielHaus

Mnemonik, die Wissenschaft vom menschlichen Erinnerungsvermögen ist das Ziel und das Thema dieses Jahrhundertromans, der die Nazidiktatur, den Stalinismus und die DDR reflektiert und die jeweils besondere Geschichtsvergessenheit dreier Diktaturen Revue passieren lässt. Ein Schnelldurchlauf durch die deutsch-russische Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Nach gelungener Flucht vor den Nazis kommen der deutsche Schriftsteller Rainer Trutz und seine Frau voller Hoffnung auf ein besseres Leben in der Sowjetunion an. Hier lernen sie die Familie Gejm kennen. Der russische Linguist Waldemar Gejm macht die beiden Kinder der Familien zu Probanden in seiner Forschung zur Mnemotechnik, der Lehre von Ursprung und Funktion des Gedächtnisses. Doch Gejms Forschung erregt Anstoß; er kommt in einem stalinistischen Arbeitslager um. Fatalerweise kommt auch das einst so hoffnungsvolle Emigrangenpaar Trutz in den Lagern des stalinistischen Systems um.
Im vereinigten Deutschland begegneten die Söhne beider Familien sich wieder.

„M-ne-mo-nik ist ein schweres Wort, das erst mal geübt werden muss. So absolvieren die Darsteller in Dušan David Pařízek Romanbearbeitung anfangs ihr Aussprachetraining. Damit ist der Ton angeschlagen für diese Inszenierung: heiter geht es um empörende Grausamkeiten. Es braucht diese szenische Leichtigkeit um Schweres, Grausames und die unfassbaren Brutalitäten zu verstehen, ohne davon erdrückt zu werden. Mit einer doppelten Rückblende wird man in die Geschichte hineingezogen. Die Inszenierung hat eine überbordende Lust am szenischen Erzählen, eine völlig unfrivole Freude an der Darstellung, die keine Freude am Dargestellten ist.“ (Nachtkritik)

„Diktaturen sind ironiefreie Zonen, wie Gudrun einmal feststellt. Aber ertragen kann man das Elend wenn nicht durch seliges Vergessen, dann nur mit Humor. An diese Inszenierung wird man sich lange erinnern.“ (Neue Presse Hannover)

With: Sarah Franke, Henning Hartmann, Markus John, Ernst Stötzner

Directed and stage by: Dušan David Parízek Costume Design: Kamila Polívková Dramaturgy: Johannes Kirsten
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