FAQ-Room 35: German Angst und Freiheit

In englischer Sprache, teilweise mit deutscher Übersetzung

Ein transatlantisches Gespräch über Denkverbote und Redefreiheit, Identitätspolitik und Demokratie
SchauSpielHaus
Ayad Akhtar / Benedict Evans

„Zunehmend macht sich ein Klima digitaler Einschüchterung breit, und mit ihm die Angst, frei zu sprechen oder auch nur frei zu denken“, so Ayad Akhtar, Autor von »Geächtet«, »Junk«, »The Who and the What« und Präsident des PEN America. In seiner Analyse ist die Krise der Demokratie heute nicht zuletzt eine Krise der Rede- und Meinungsfreiheit. Zwar werde Meinung offenkundig brutal und hemmungslos zum Ausdruck gebracht, gleichzeitig befänden wir uns aber (zumindest in den USA) in einem kulturellen Wandel hin zu einem Diskurs voller Verbote. Die gegenwärtige Identitätspolitik zwänge uns widersprüchliche moralische Landkarten auf, die bestimmen, welche Rede für welche Gruppe akzeptabel ist und welche nicht. Für Künstler*innen sei dieses Klima fatal, denn die Verengung intellektueller Neugier und die Fokussierung auf „Rasse“ und „Identität“ als Grundbedingung für die Legitimation eines*einer Autor*in stelle einen „Ausverkauf der menschlichen Phantasie“ dar. Denn es gilt noch immer: Redefreiheit ist das Fundament der Demokratie.

Ayad Akhtars kontroverse Analyse wird im Gespräch von verschiedenen Seiten aus beleuchtet und soll in ihren Konsequenzen weitergedacht werden. Dahinter steht auch die große Frage: Wie ist umzugehen mit kultureller Aneignung in ihren vielen alltäglichen Formen?