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Das Bildnis des Dorian Gray

von Oscar Wilde
Regie: Tristan Linder
Premiere am 20/03/2026
MalerSaal
1 Stunde
30 Minuten
Keine Pause
Bühnensituation. Christoph Jöde sitzt mit hellblonden Haaren und einem großen bauschigen Tüllkleid auf einem Stuhl in der Mitte der Bühne. Er lehnt an einem Requisitenwagen, in dem eine große Tierfigur aus einem Karussell steht, die das Licht in alle Richtungen reflektiert, wie eine Diskokugel. Er hat die Augen geschlossen. Um ihn herum stehen weitere Requisitenwagen mit ganz verschiedenen Requisiten darin. Auf dem Boden sind künstliche Schnittblumen verteilt.
Bühnensituation. Christoph Jöde sitzt auf dem Boden und trägt einen großen Tüllrock und eine rot-schwarz gestreifte Jacke und schwarze Stiefel. Hinter ihn stehen zahlreiche Wagen mit Requisiten drauf. Links hinter ihm steht ein goldener Stuhl. Direkt hinter ihm steht eine weitere Person. Ihr Gesicht ist nicht zu sehen, man sieht nur ihr Arme, ihre Beine und einen Teil ihres Oberkörpers. Sie trägt ein weißes T-Shirt und eine gestreifte kurze Hose.
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen
Das Bildnis des Dorian Gray / Julia Sang Nguyen

Das Schulterzucken ist zurück. Klimakrise, soziale Ungleichheit, politische Instabilität – man kennt den Abgrund, doch statt Widerstand dominieren Weltverdrossenheit, hemmungslose Selbstinszenierung, Ironie und die Feier der schönen Dinge. Was ist da los? Vielleicht bietet Oscar Wildes Kultroman eine Antwort. »Das Bildnis des Dorian Gray« besticht durch hinreißende Eleganz – das Buch ebenso wie seine Titelfigur, zumindest auf den ersten Blick. „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr“, warnt Wilde in der Vorrede seines Romans. Genau darum geht es: um das Abtauchen zwischen die Zeilen, hinter die Worte. Was lässt sich dort entdecken?

Bleibt Hemmungslosigkeit wirklich ohne Konsequenzen? Oder wie ist es zu deuten, dass Dorian Gray so schamlos seinen Weg geht? Warum hat er seinen moralischen Kompass verloren? Ist er – über die Zeiten hinweg – eine Spiegelfigur unserer Gegenwart, die mehr über unsere eigenen Begierden verrät, als uns lieb ist? Der Maler des Porträts jedenfalls will das Bild nicht ausstellen: „Ich habe zu viel von mir selbst hineingebracht“, sagt er. Was lässt ihn zögern? Und was ist es, das diesem Werk seine unheimliche Zeitlosigkeit verleiht?

Tristan Linder studierte Schauspielregie an der Theaterakademie Hamburg. Mit seiner Inszenierung »Sandmann« ist er 2025 zum Körber Studio Junge Regie eingeladen. »Das Bildnis des Dorian Gray« ist seine erste Arbeit am SchauSpielHaus.

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Die Inszenierung führt Oscar Wildes Klassiker so gut durchdrungen und überlegt vor Augen, dass kein Zweifel daran besteht, dass er unmittelbar sehr viel mit uns zu tun hat.“

„Man fühlt sich gemeint, und damit hat die Inszenierung ihr Ziel erreicht. Denn der Abend deckt den in unseren von Krisen und Konflikten behafteten Zeiten verbreiteten Eskapismus auf, in dem sich manche lieber mit der Jagd nach ewiger Jugend und Konsum betäuben, als sich mit den drängenden Fragen einer Welt am Abgrund zu beschäftigen oder gar für eine bessere zu engagieren.“

„Tristan Linder gelingen in seiner Inszenierung originelle Regieeinfälle. So lässt er zum Beispiel Christoph Jöde und Henni Jörissen mithilfe des bloßen Wechsels ihrer Kopfbedeckungen munter zwischen ihren Rollen hin- und herchargieren.“
(Annette Stiekele)

NDR 90,3 / NDR Kultur

„Tristan Linder sprüht vor Ideen. Er nimmt den Stoff ernst und doch wirkt der Abend leicht, wie aus dem Augenblick heraus improvisiert. Es gibt bezaubernde Slapstickmomente, daneben zu Herzen gehende Szenen, die nie "das Leben" sein wollen, sondern immer: Spiel.“

„Christoph Jöde, Henni Jörissen, Yorck Dippe und Christiane von Poelnitz, die alle mit großer Leidenschaft dabei sind, sind jederzeit Schauspielerin, Schauspieler, die immer wieder die Rollen wechseln. Dabei läuft die Story wie geschmiert.“

„Tristan Linder fängt den Geist von Wildes Roman ein und überträgt ihn unverkrampft in unsere Zeit. Konsumhölle, Schönheitswahn, ewige Jugend, die Themen sind da. Und die romantische Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Linder gelingt ein Abend mit einer ganz eigenen Aura.“
(Katja Weise)

theaterzeithamburg.de

„[Regisseur] Linder geht unerschrocken und frisch an diese gerade einmal 90minütige pausenlose Inszenierung. […] Er mischt Alltagssprache und Anspielungen auf Pop-Kultur in die Handlung und zieht damit die Verbindung zu heute.“
(Susanne Oehmsen)