„Ich habe mit Kurt Schwitters gemerzt“

Performativer Workshop mit Martin Györffy

WORKSHOP
MalerSaalFoyer
MalerSaal / Julia Oschatz

„Ich war Kurt Schwitters im Jahre 1919 begegnet. Wir trafen uns in Berlin im STURM. Als gegen sechs Uhr die Ausstellung geschlossen wurde, gingen wir schräg gegenüber in das Café Josty am Potsdamer Platz. Wir setzten uns an einen der runden Marmorplattentische, die auf geschwungenen Eisenfüßen ruhten, bestellten unseren Kaffee, und Schwitters frage mich unvermittelt, ob ich mit ihm ,merzen‘ wolle. Ich wusste nicht, was er meinte. Ich glaubte, mich verhört zu haben. Er zog eine unbeschriebene Postkarte aus der Brusttasche und legte sie auf die Marmorplatte; aus einer anderen Brusttasche holte er Papierfetzen. Er fand einen grünen Straßenbahnfahrschein und zerriss ihn. Eines der Papierstücke, das mit Ziffern und Buchstaben bedruckt war, legte er auf die Postkarte. Dann forderte er mich auf, ,weiterzumerzen‘ und bot mir seinen kleinen Müllhaufen auf der Marmorplatte zur Auswahl an.“ (Georg Muche)

MERZ, das ist das DADA des Kurt Schwitters. Merzen ist Kunst machen, ist aus der Welt Kunst machen, ist bestenfalls: Die Welt zu Kunst machen. Kurt Schwitters, bekannt als Dadaist, Autor, Plastiker, Maler, Performer, Collagist, Magazin-Herausgeber, kurzum: als Tausendsassa der Kunst, hat das Gesamtkunstwerk gefordert und damit die Verschmelzung aller Dinge und Lebewesen zu und in Kunst. In „Ich habe mit Kurt Schwitters gemerzt“ begibt sich das Publikum auf eine (fiktive) Reise zu Kurt Schwitters um mit ihm und seinen Mitteln zu merzen.

Der performative Workshop ist künstlerisches Rahmenprogramm zur Inszenierung »Zusammenstoß. Ein höchstwahrscheinlicher Irrtum«.