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Im Keller der Metaphysik #7

Die Verfassung des Unfassbaren. Über Recht und Unrecht, heute / Benjamin Sprick im Gespräch mit Christoph Möllers / Special Guest: Michail Paweletz
MalerSaal
Schwarz-Weiß-Foto. Benjamin Sprick steht vor einem neutralen Hintergrund. Er trägt ein dunkles Hemd und schaut in die Kamera. Er schmunzelt leicht.
Christoph Möllers sitzt vor einer grünen Nadelhecke. Er trägt eine runde Brille, kurzes, braun-graues Haar, ein weißes Hemd, darüber einen grauen Pullover und ein dunkelblaues Jackett. Er schaut in die Kamera.
Michail Paweletz steht vor einer weißen Wand. Er trägt ein schwarzes T-Shirt, darüber ein dunkles Sakko und eine helle, runde Brille. Er lächelt und schaut in die Kamera.
Konzertsituation: Niklas sitzt in einem schwarzen T-Shirt auf einem Stuhl und hält ein Cello in der Hand. Er schaut leicht nach oben und hat den Bogen in der Hand. Von hinten scheint Gegen licht in die Kamera.
Schwarz-Weiß_Foto. Stephan Krause-Bantzer steht vor einem weißen Hintergrund im Profil. Er trägt ein schwarzes Hemd und eine dunkle Brille. Er hält zwei metallene lange Federn in beiden Händen und hält sie vor sein Gesicht.

Demokratien stehen unter Druck. Nicht nur in den USA, Polen und Ungarn versuchen rechtspopulistische Agitatoren seit geraumer Zeit systematisch, die Architekturen eines verfassungsmäßig verankerten Rechtsstaats aus den Angeln zu heben. Auch hierzulande werden Debatten über die Gefahren einer »autoritären Revolte« und deren rechtliche Konsequenzen immer lauter. Das Politisierungspotential von Richterwahlen wurde in diesem Zusammenhang unlängst deutlich. Wie lässt sich unter diesen Bedingungen über den Dreiklang von gesetzgebender, juridischer und exekutiver Gewalt neu nachdenken? Welche faktischen, notwendigen und ökonomischen Implikationen werden hierbei relevant? Lassen sich von hier aus Brücken zur Frage »Öffentlicher Kunstfreiheit« schlagen?

Als Spezialisten für Verfassungsrecht und Rechtsphilosophie haben wir Christoph Möllers in den Keller der Metaphysik eingeladen, um mit ihm über Demokratie, Gewaltengliederung und den aktuellen Stand demokratischer Rechtsprechung zu diskutieren. Möllers neues Buch »Demokratie und Gewaltengliederung. Studien zur Verfassungstheorie« (Suhrkamp 2025) bietet hierfür einen geeigneten Anlass, weil es sich als eine Art von ›Werkschau‹ seiner bisherigen Forschung begreifen lässt. Als besonders verdichteten Aggregatzustand verfassungsmäßiger Arbeitsteilung werden wir auch die aktuellen Debatten rund um die Rolle »Öffentlicher Kunstfreiheit« näher betrachten, in denen sich die paradoxe Verwicklung von ›Recht‹ und ›Politik‹ besonders deutlich zeigt.

Christoph Möllers ist Professor für Öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsrecht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist zudem designierter Rektor des Wissenschaftskolleg zu Berlin und wird sein Amt zum 1. September 2026 in der Nachfolge der Historikerin Barbara Stollberg-Rillinger antreten. Im Suhrkamp Verlag veröffentlichte er nach den Studien »Die Möglichkeit der Normen« (2015) und »Freiheitsgrade« (2020) zuletzt die Aufsatzsammlung »Demokratie und Gewaltengliederung. Studien zur Verfassungstheorie« (2025). Im Juni 2026 erscheint dort sein Buch »Öffentliche Kunstfreiheit« (zusammen mit Nils Weinberg).

Michail Paweletz ist ein vielseitiger Vorleser, Sprecher und Moderator, der u.a. bei Lesungen mit Per Olov Enquist, Jonathan Franzen, Kenzaburô Ôe, Amos Oz und Salman Rushdie aufgetreten ist. Parallel zu seiner Tätigkeit beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) und bei der »Tagesschau« entwickelt er regelmäßig innovative, von politischen Inhalten geprägte journalistische Formate.

Benjamin Sprick unterrichtet angewandte ästhetische Philosophie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) und arbeitet als ›Post-Doc‹ im dortigen Graduiertenkolleg ARTILACS (Artistic Intelligence in Latent Creative Spaces). Er ist zudem ausgebildeter Konzertcellist. Seine künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte betreffen eine »Kritik der instrumentalen Vernunft« ebenso wie die politische Kinetik eines sich zunehmend als autoritär erweisenden algorithmischen Kapitalismus.

Die Band SNB wurde im März 2025 im Deutschen Schauspielhaus Hamburg gegründet und widmet sich seitdem der Pflege eines rocklastigen Repertoires mit cellistischen ›Obertönen‹.

Im »Keller der Metaphysik« wird jetzt auch im Radio gestreamt: immer am ersten Donnerstag im Monat auf FSK 90,3.