Trutz

von Christoph Hein
in einer Bühnenbearbeitung von Dušan David Pařízek
Regie: Dušan David Pařízek
Übernahme vom Schauspiel Hannover, Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
/ Repertoire

Premiere 29/11/2019

SchauSpielHaus

Dauer: Zwei Stunden, zwanzig Minuten, keine Pause.

Termine

29/
11/Fr SchauSpielHaus / Premiere

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Maykl Trutz kann nicht vergessen. Er kann das Schicksal seiner Eltern, die vor den Nazis voller Hoffnung in die Sowjetunion flüchten und dort – wie der befreundete russische Linguist Gejm und seine Familie – dem stalinistischen System zum Opfer fallen, nicht vergessen. Als 18-Jähriger kehrt Maykl nach Deutschland zurück, in die DDR. Doch die Erinnerung an das Gewesene lässt ihn nicht in die Jugendorganisation FDJ eintreten und nach der Wende einen Prozess gegen einen Stasimann anstreben, bei dem er nicht Recht bekommt.

So wie Maykl nicht vergessen kann, will Christoph Hein nicht vergessen und schreibt mit »Trutz« ein großes Erinnerungsbuch über die grausamen Verflechtungen und die wechselvolle Leidgeschichte, die im vergangenen Jahrhundert gerade Deutschland und Russland bzw. die Sowjetunion prägten. Ein Jahrhunderttext in mehrfacher Bedeutung: ein Jahrhundert umgreifend, ein Jahrhundert verstehbar machend und ein schmerzhafter, aber hellsichtiger Rückblick: Weil Geschichte nicht einfach vorbei ist, weil das, was war, uns und unser Handeln heute beeinflusst, mit der Geschichte heutige Politik legitimiert wird.


Foto: Katrin Ribbe

Es spielen: Sarah Franke, Henning Hartmann, Markus John, Ernst Stötzner

Regie und Bühne: Dušan David Parízek Kostüme: Kamila Polívková Dramaturgie: Johannes Kirsten

Pressestimmen

nachtkritik

„Die Inszenierung hat eine überbordende Lust am szenischen Erzählen, eine völlig unfrivole Freude an der Darstellung, die keine Freude am Dargestellten ist. Es braucht diese szenische Leichtigkeit, um die unfassbaren Brutalitäten zu verstehen, ohne davon erdrückt zu werden“.

Neue Presse Hannover

„Diktaturen sind ironiefreie Zonen, wie Maykls Mutter einmal feststellt. Aber ertragen kann man das Elend, wenn nicht durch seliges Vergessen, dann nur mit Humor. An diese Inszenierung wird man sich lange erinnern.“

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