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Die disparate Stadt

Kühne Widerspenstigkeit oder bequeme Touristenattraktion?

Regie: Schorsch Kamerun
Uraufführung am / 05/03/2016
MalerSaal
2 Stunden
0 Minuten
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch
Die disparate Stadt / Christian Bartsch

»Die disparate Stadt« will sich den Ausschlägen gegenkultureller Widerspenstigkeit in Hamburg widmen: von der Swing-Jugend der 30er Jahre bis ins Heute.

Das Theater überprüft dabei seine eigenen Reglements: kein fester Eintritt, keine festen Rollen, kein Ende. Musikschaffende und Rollschuhfahrende, Turnende und Tanzende, Schauspielende sowie St. Pauli-Archivierende bilden das städtische Disparat. Großer Teil der Mitgestaltenden sind die »Hallo Festspiele«, deren Arbeitsweise radikales Ernstnehmen ist: Das SchauSpielHaus wird eine erkundbare Nachbarschaft und die Seife verwandelt sich in eine Brandschutzexpertin.

Die HALLO Festspiele sind ein künstlerisches Format bestehend aus Architektur, Performance, Spiel, Kommunikation, Musik, Diskurs und Küche. Mit Mitteln eines transdisziplinären Festivals spielt es Raumentwicklungen, bis sie wirklich werden. Ihre Haltung ist dabei radikales Ernstnehmen aller am Prozess Beteiligten.
Dafür hat sich Hallo dieses Jahr das Kraftwerk Bille in Hammerbrook als Spielort gewählt, für den ein langfristiges Nutzungskonzept gefunden werden soll. Ständig forscht und probiert Hallo dazu in großen und kleinen Kontexten, die im Spätsommer diesen Jahres vorerst in einer Festspielwoche münden. Jetzt probieren die Hallos ihre Prinzipien auch im Rahmen der disparaten Stadt am Schauspielhaus, indem sie z.B. fragen: Was kann hier passieren? Wen gibt es hier? Wie kann das alles anders funktionieren? Und was passiert eigentlich, wenn ein Festivalformat, das gar kein Festivalformat ist, Theater macht, das gar kein Theater ist?
Falls immer noch jemand nicht 100%ig klar sein sollte, was das eigentlich soll, fragt uns – jede Vorstellung hat auch ihren Nach-Teil!

Im Anschluss an das Stück heißt es dann Auszug der Widergespenster aus dem Haus, hinein in den Nach-Teil. Es darf miteinander gesprochen, gegessen, getanzt werden. Nur 34 mittelgroße Schritte vom MalerSaal entfernt braut sich etwas zusammen: Ein gemeinsames Abendmahl und selbst gemachte, hochprozentige Getränke ohne Sky-Abo und Coca-Cola-Fußabtreter – HALLO lädt zu Fleur de Sel auf Butterbrot, Gesprächen und auch Musik, z.B. von Thomas Becker und Tosta Mista. Esst und sprecht mit uns über die Nach- und Vorteile von Spielen, Staatstheater und Stadtveränderung und tanzt Donnerstag gerne auch einen Schuhplattler mit uns!

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Schorsch Kamerun – Musiker, Regisseur, Subkultur-Aktivist – erkundet in seinem gut einstündigen, sinnlichen Happening aus Sprache, Sound und Spiel, wie ein Disparat entstehen könnte. […] Ein schräges Panoptikum. Und eines, das auf gelebter Teilhabe beruht. Denn Kamerun aktiviert für seine Inszenierung nicht nur Schauspieler, sondern auch Akteure aus der Stadt, etwa von den Hallo-Festspielen.“

NDR Hamburg Journal

„Problemfelder sichtbar machen, den Stadtraum in Frage stellen. Widerspenstigkeit proben. [...] Kein fester Theaterraum ist da, keine sichere Kulturkonsumentenhaltung ist möglich. […] Kellerpartyanmutung und raumgreifende Performance zugleich ist das Spektakel um Strukturerhaltung und Machtposen. […] Ein Happening auf Tatortlänge, Stadttheater etwas anders: Das geht.“

Deutschlandfunk

„Ein Abend, der nachklingen wird.“

Hamburger Morgenpost

„Herrlich seltsam und aufrüttelnd.“