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Im Keller der Metaphysik #9

Abgrund des Populären / Benjamin Sprick im Gespräch mit Diedrich Diederichsen
MalerSaal
Diedrich Diederichsen
Schwarz-Weiß-Foto. Benjamin Sprick steht vor einem neutralen Hintergrund. Er trägt ein dunkles Hemd und schaut in die Kamera. Er schmunzelt leicht.
Porträt. Der Schauspieler Daniel Hoevels steht vor einem grauen Hintergrund. Er trägt eine schwarze Jacke und ein schwarzes T-Shirt. Er trägt kurze, mittelbraune Haare und schaut in die Kamera.
Schwarz-Weiß_Foto. Stephan Krause-Bantzer steht vor einem weißen Hintergrund im Profil. Er trägt ein schwarzes Hemd und eine dunkle Brille. Er hält zwei metallene lange Federn in beiden Händen und hält sie vor sein Gesicht.
Konzertsituation: Niklas sitzt in einem schwarzen T-Shirt auf einem Stuhl und hält ein Cello in der Hand. Er schaut leicht nach oben und hat den Bogen in der Hand. Von hinten scheint Gegen licht in die Kamera.

Im Keller der Metaphysik wird Gegenwartsanalyse betrieben. Ende März versammeln wir uns daher gemeinsam mit dem Essayisten, Kulturtheoretiker und Kurator Diedrich Diederichsen, um so etwas wie eine politisch-ästhetische Zwischenbilanz des 21. Jahrhunderts zu ziehen. „Die Idee“, so Diederichsen im Vorwort zu seinem gleichnamigen Buch, das 2024 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen ist, „schon gegen Ende des ersten Viertels eines Jahrhunderts dessen Geschichte vorzulegen, ist in ihrem Größenwahn von Carl Einstein inspiriert, der seine ›Kunst des 20. Jahrhunderts‹, den Band 16 zur Propyläen-Kunstgeschichte, schon 1926 veröffentlichte.“

Ausgehend von Diederichsens Mammutwerk diskutieren wir den aktuellen State of the Art politischer Protestformen, tauchen in die Untiefen rechtslibertärer „Kettensägen-Politik“ herab und ziehen von dort aus Querverweise zur musikalischen Popkultur, die uns womöglich bei der Analyse aktueller Symptome eines vor sich hin wuchernden Populismus behilflich sein kann.

Diedrich Diederichsen ist Essayist, Kulturwissenschaftler, Kurator und Journalist. In den 1980er Jahren war er Redakteur der Zeitschriften »Sounds« und »Spex«. Von 1998 bis 2007 war er Professor an der Merz-Akademie, Stuttgart, von 2006 bis 2024 Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste in Wien. Neben dem Band »Über Pop-Musik« (2014) und »Körpertreffer. Zur Ästhetik der nachpopulären Künste« (2017) veröffentlichte er zuletzt die umfassende Essay-Sammlung »Das 21. Jahrhundert« im Verlag Kiepenheuer & Witsch (2024).

Benjamin Sprick unterrichtet angewandte ästhetische Philosophie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) und arbeitet als ›Post-Doc‹ im dortigen Graduiertenkolleg ARTILACS (Artistic Intelligence in Latent Creative Spaces). Er ist zudem ausgebildeter Konzertcellist. Seine künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte betreffen eine »Kritik der instrumentalen Vernunft« ebenso wie die politische Kinetik eines sich zunehmend als autoritär erweisenden, algorithmischen Kapitalismus

Die Band SNB wurde im März 2025 im Deutschen Schauspielhaus Hamburg gegründet und widmet sich seitdem der Pflege eines rocklastigen Repertories mit cellistischen ›Obertönen‹.

Im »Keller der Metaphysik« wird jetzt auch im Radio gestreamt: immer am ersten Donnerstag im Monat auf FSK 90,3.