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Die Ruhe

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2022

Eine Performance-Installation von SIGNA
Regie: Signa Köstler
Premiere / 19/11/2021
5 Stunden
30 Minuten
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann
Die Ruhe / Erich Goldmann

In der ehemaligen Post- und Paketzentrale von Altona öffnet ein neuartiges Regenerationszentrum. Ziel ist eine umfassende Erholung von Trauma, Erschöpfung und Verwirrung, die nicht nur Menschen, sondern alle Lebewesen betreffen. Der Kuraufenthalt bereitet sie auf ihren endgültigen Umzug in einen dichten Wald vor, um dort neu erlernte Verhaltensmuster und Lebensformen zu erproben. Das Regenerationszentrum befindet sich derzeit in der Versuchsphase und bietet einen fünfstündigen Aufenthalt für geneigte Klient*innen.

Die Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2022 eingeladen.

Statement der Jury des Berliner Theatertreffens

Auf die posthumanistischen Theorien und Ideen, die gegenwärtig durch viele Diskurse geistern, reagieren SIGNA mit einem konkreten Konzept, wie die Menschheit Mensch für Mensch verschwinden könnte. Im „Erholungsinstitut Hamburg“ werden jeweils 30 Besucher*innen eingeladen, sich von der Unruhe des städtischen Lebens zu befreien. „Leitwander*innen“, die dem Programm des Instituts folgend schon auf dem Weg sind, eins mit dem Wald zu werden, führen das in kleine Gruppen aufgeteilte Publikum durch bizarre Räume und versuchen es zugleich zu verführen. So gleicht diese fünfeinhalbstündige Performance einer Einladung, sich in dieser sektenähnlichen Gemeinschaft geborgen zu fühlen. Wer sie annimmt, steigt tief hinab in ein Kaninchenloch aus Manipulation und Missbrauch, Todessehnsucht und Verzweiflung. Mit diesem hochimmersiven Setting kann das Publikum am eigenen Leib erleben, wie leicht es ist, sich in einem (Verschwörungs-)Kult zu verlieren.

Wir gratulieren auch den neun weiteren eingeladenen Produktionen herzlich zur Nominierung!

Weitere Informationen zum Theatertreffen 2022 und allen Nominierungen finden Sie unter www.berlinerfestspiele.de.

Gefördert von der Danish Arts Foundation.

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Das Signa-Theater, zieht einen langsam, aber unausweichlich in seinen Kosmos hinein. Eine in sich abgeschlossene Welt, die Signa Köstler gemeinsam mit Lorenz Vetter erneut mit herausragend hässlichen Schrankwänden und Sitzgruppen, aber auch Erd- und Laubbergen und allerlei präparierten Tieren ausgestattet. Signa eröffnet Bilder und Erlebniswelten, die den Besucher auf einzigartige Weise mit sich selbst, aber auch mit den anderen konfrontieren.“

taz

„Mehr poetisch-assoziativ als stringent erzählen Signa Köstler und ihre Performer*innen in „Die Ruhe“ vom Menschen und seiner Projektionsfläche Wald. Eine aufdringliche Mystik macht „Die Ruhe“ zu einem so intensiven wie verwirrenden Abend. Es ist ein Abend, der einem nahegeht, unheimlich ist und unheimlich gut in diese Zeit passt, in der sich eine erschöpfte Orientierungslosigkeit breitmacht und damit die Sehnsucht nach „Ruhe“."

nachtkritik.de

„Das Ökologie-basierte Generalthema der Performance vermengt Signa mit sehr viel Psychologie und ein bisschen Esoterik; von Sekten, Gewalt und Tod hat sie ja schon oft erzählt. Aber die Szenarien, die sie und das Team auch hier wieder entworfen haben, sind durchweg grandios. Wieder überwältigt Signa mit Bildern, aber auch mit Gedanken, die nicht unbedingt und immer zu Ende gedacht werden wollen und müssen – die aber Räume öffnen. Vor allem aber (und das war immer die gewaltigste Kraft in jeder Performance der Gruppe) überwältigt sie mit Empathie – so nahe kommen wir nur extrem selten Menschen, die uns ja letztlich immer auch etwas vorspielen; Berührung wird möglich.“

NDR Kultur

„[Es ist] alles so genau geplant, so detailversessen eingerichtet, dass schnell ein Sog entsteht. […] Am Ende werden alle einfach entlassen. Es gibt nicht einmal Applaus für die großartigen Performerinnen und Performer und ihre beeindruckende Installation.“

Die Zeit

„Huch, was ist da passiert? Nicht mal eine Dreiviertelstunde seit Vorstellungsbeginn, schon sind wir mit Haut und Haaren Teil der Welt, die uns die Performancegruppe Signa offeriert. […] Kuscheln, flehen, weinen, aber auch Strenge walten lassen, befehlen, warnen: Virtuos spielt das Ensemble auf der Klaviatur der Manipulation.“

Der Spiegel

„Es ist eine Mischung aus heiterer Scharlatanerie und todernstem Schamanentum, aus Geisterbahnvergnügen und Pfadfinderbündlerei, vermute ich. Auch mich zieht der Theaterabend trotz der vielen übergriffigen Berührungen in Bann. Einmal schleicht sich ein Schauspieler in einem Bärenkostüm von hinten an mich heran und klopft mir auf die Schulter. Ein herrlich blöder Scherz. Aber mein Schrecken ist trotzdem echt.“

Theater heute

„Eine Kunstaktion […], die auf der narrativen Ebene fasziniert. Und weil diese Geschichte von der dunklen Rückseite hippiesker Naturbegeisterung ihren Reiz hat, weil die Schauspieler:innen durch die Bank höllisch gut sind und weil die Publikumsmanipulationen so ausgeklügelt sind, lässt man sich auf den forcierten Distanzverlust auch mit ästhetischem Gewinn ein.“

Eingeladen zum

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