Der Fall McNeal
Von Ayad Akhtar / Deutsch von Daniel Kehlmann / Regie: Jan Bosse
Ein Künstler, erfolgreich, nicht mehr jung, der sich seiner rasant verändernden Gegenwart und seinem eigenen Verfall stellen muss: eine Rolle, wie gemacht für Joachim Meyerhoff. In diesem höchst aktuellen Stück – uraufgeführt 2024 in New York – können wir uns mit Meyerhoff wieder auf einen der höchstgeschätzten Schauspieler des Festival-Publikums freuen. Das Team auf der Bühne und dahinter: alle Positionen wunderbar besetzt!
Jacob McNeal, ein ebenso erfolgreicher wie narzisstischer Schriftsteller, sieht sich mehr denn je mit dem Einfluss von KI auf sein Schreiben, mit seinem eigenen körperlichen Verfall, aber auch mit seiner familiären Vergangenheit konfrontiert. Sein neuestes Buch basiert fast vollständig auf einem Manuskript seiner verstorbenen Ehefrau und auch die privaten Erfahrungen seines Sohnes hat er ohne dessen Einverständnis verarbeitet. Dieser droht nun, McNeals Karriere öffentlich zu zerstören.
Ayad Akhtars Stück, ins Deutsche übertragen von Daniel Kehlmann, ist ein komplexes Porträt eines privilegierten, exzentrischen Künstlers über 50. Akhtar hinterfragt darin den Schriftstellerberuf an sich sowie die Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern und mutmaßt, wie KI uns verändern wird.