Kinder des Widerstands #8

Folge 8: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Kantine im SchauSpielHaus
MalerSaal / Jan-Ole Lops

Das Gedenken an die Verbrechen des Faschismus nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auch aktiv gegen aktuelle faschistische, rassistische und antisemitische Tendenzen vorzugehen, das haben sich die »Kinder des Widerstands« zur Lebensaufgabe gemacht. Die Gruppe von Nachfahr*innen von Widerstandskämpfer*innen im Nationalsozialismus befragt konkrete Orte Hamburgs hinsichtlich ihrer Geschichte und Gegenwart. 

Anhand der Biografie von Rudolf Degkwitz, Professor für Kinderheilkunde, der 1944 als Regimekritiker denunziert wurde und der sich nach dem Krieg in der jungen BRD vehement für die Bestrafung der Euthanasieärzte einsetzte sowie anhand des Lebens von Ingeborg Rapoport, der aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetzte die Studienberechtigung nachträglich aberkannt wurde, zeichnen sie in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg die Geschichte der Aufarbeitung der NS-Geschichte der Klinik nach. Anhand eines konkreten Falls befragen sie die beruflichen Kontinuitäten der Täter, die einer Patientin nach 1945 noch gesundheitlichen Schaden zufügten. 

Damit vergegenwärtigen sie Geschichten mit verschiedenem Ausgang: Während Degkwitz durch den eigenen Berufsstand ins Exil gedrängt wurde, weil die die Täter weiter praktizierten, promovierte Rapoport nach langer Karriere als Professorin für Pädiatrie an der Charité in Ostberlin im Mai 2015 im Alter von 102 Jahren und widmete ihre mündliche Prüfung den Verfolgten und den Opfern.