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FREMDE SONNE-Marathon

Die Argonauten. Iason. Medea. Ein Wochenende - ein Platz - ein Ticket!

Eine Serie in sechs Folgen von Roland Schimmelpfennig
Regie: Karin Beier
SchauSpielHaus
Empfohlen ab 16 Jahren
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Kolchis
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Kolchis
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Kolchis
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Kolchis
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Korinth
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Korinth
Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann in schwarzem Gewand hockt in der Mitte einer kargen Bühne und beugt sich über eine leuchtend rote Kugel, die Hände wie beschwörend darüber ausgestreckt. Rechts und links gestapelte Ziegelsteine, der Hintergrund vollständig im Dunkel. Die Totale betont die Isolation der Figur im leeren Bühnenraum.
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Korinth
Produktionsfoto FREMDE SONNE Medea in Korinth

Der enorme Zuspruch, den wir mit unserer fünfteiligen Serie »ANTHROPOLIS. Ungeheuer. Stadt. Theben.« während der letzten drei Jahre erfahren haben, ermutigte uns, zur Eröffnung der Spielzeit 2026-27 einen neuen Antikenzyklus aufzulegen. In »FREMDE SONNE. Die Argonauten. Iason. Medea.« haben wir uns dieses Mal die Ur-Geschichte imperialer und kolonialer Unternehmungen der Zivilisation vorgenommen, die Fahrt der Argonauten zur Eroberung des Goldenen Vlieses, samt seiner Konsequenz, dem Phänomen „Medea“.

Wie geht es also weiter in der zweiten Staffel? Die Gesellschaft stagniert politisch, ökonomisch, sozial. Es mangelt ihr an einer zukunftsfähigen Vision einer lebbaren Welt. Das Fortschrittsversprechen von einst wird in einen Strudel aus Warenströmen, Katastrophenängsten, Machtverlust und Geldgier gerissen und in die Tiefe der Depression gezogen. Der Aufbruch zu neuen Ufern in andere Welten erscheint da als einzige Lösung am Horizont. Die angeschlagene und ausgehöhlte Zivilisation muss wieder nach vorne gebracht werden, denkt sich Iolkos, eine mittlere Hafenstadt nördlich von Theben. Es ist die Geburt des Argonauten-Mythos, der Erzählung von der ersten gesamtgriechischen Expedition ins ferne Kolchis an der Schwarzmeerküste, im heutigen Georgien gelegen. Dort vermutet man ein sagenhaftes Goldenes Vlies, das die Lösung aller Probleme verspricht. Das Goldene Vlies oder die „fremde Sonne“ ist wie der Heilige Gral im Mittelalter ein Heilsversprechen. Es symbolisiert eine glänzende Zukunft, weltbeherrschendes Wissen, Reparatur, Reichtum, und vor allem: ewige Jugend. Die „fremde Sonne“ bedeutet aber auch Gefahr, Verbrennung, Unberechenbarkeit. So gerät das Unterfangen der Argonauten zur „Mission Impossible“, zur Fahrt in den Untergang. Nur der Kolcherin Medea ist es zu verdanken, dass das Goldene Vlies schließlich doch noch nach Griechenland gelangt. Im Kern dreht sich »FREMDE SONNE« um den Hegemonialanspruch einer Zivilisation über die ganze Welt, nein, eigentlich über das ganze Universum. Die kosmische Machtgier ist gekoppelt an den Besitz von Information, Wahrheit, an die Deutungshoheit über die Weltgeschichte und die Gewalt über die Konstruktion von Wirklichkeit.

Roland Schimmelpfennig hat aus der epischen Vorlage des Argonauten-Mythos sechs neue Theatertexte entwickelt. Einzig »Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder« basiert auf der dramatischen Vorlage von Euripides/Grillparzer und wurde von Schimmelpfennig neu in eine zeitgenössische poetische Sprache übertragen. Seit über zwei Jahren werden die Stücke vorbereitet und geprobt, um sie zum Eröffnungswochenende der Spielzeit 2026-27 zur Uraufführung zu bringen. Der sechste und letzte Teil »Medea in Athen: Der gefundene Sohn« hat Anfang Februar 2027 Premiere. Die einzelnen Inszenierungen können sowohl für sich allein als auch in zeitlicher Abfolge hintereinander in einem Marathon gesehen werden.

Das MarathonTicket:

Sie können die Vorstellungen einzeln besuchen oder aber sich alle Teile an einem Wochenende ansehen. Der letzte Teil der Serie – »Medea in Athen: Der gefundene Sohn« – kommt am 6/2/2027 zur Uraufführung. Die Marathon-Wochenenden im Februar und März werden aus planungstechnischen Gründen weiterhin nur die ersten drei Teile von »FREMDE SONNE« umfassen. 
Marathon-Wochenenden mit allen vier Teilen sind für einen späteren Zeitpunkt geplant. Die Vorstellungen der Marathon-Wochenenden im Februar und März sind aktuell nur im Rahmen eines MarathonTickets buchbar. Der Vorverkauf für die einzelnen Vorstellungen von »FREMDE SONNE« beginnt zum regulären Vorverkaufsstart des jeweiligen Monats.
 

Ein Wochenende - ein Platz - ein Ticket!

Die nächsten Marathon-Wochenenden:

Oktober 2026

Sa, 10/10/2026 - 19.00 Uhr - FREMDE SONNE I: »Prolog/Zwischenspiel/Die Argonauten«
So, 11/10/2026 - 16.00 Uhr - FREMDE SONNE II: »Medea in Kolchis«
So, 11/10/2026 - 20.00 Uhr - FREMDE SONNE III: »Medea in Korinth«

Sa, 24/10/2026 - 19.00 Uhr - FREMDE SONNE I: »Prolog/Zwischenspiel/Die Argonauten«
So, 25/10/2026 - 16.00 Uhr - FREMDE SONNE II: »Medea in Kolchis«
So, 25/10/2026 - 20.00 Uhr - FREMDE SONNE III: »Medea in Korinth«

Februar 2027

Sa, 20/2/2027 - 19.00 Uhr - FREMDE SONNE I: »Prolog/Zwischenspiel/Die Argonauten«
So, 21/2/2027 - 16.00 Uhr - FREMDE SONNE II: »Medea in Kolchis«
So, 21/2/2027 - 20.00 Uhr - FREMDE SONNE III: »Medea in Korinth«

März 2027

Sa, 13/3/2027 - 19.00 Uhr - FREMDE SONNE I: »Prolog/Zwischenspiel/Die Argonauten«
So, 14/3/2027 - 16.00 Uhr - FREMDE SONNE II: »Medea in Kolchis«
So, 14/3/2027 - 20.00 Uhr - FREMDE SONNE III: »Medea in Korinth«

 

Weitere Termine sind in Planung!

Die Inszenierungen

FREMDE SONNE I: Prolog/Zwischenspiel/Die Argonauten

von Roland Schimmelpfennig
Regie: Karin Beier

Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Kolchis«; zu sehen sind Sebastian Blomberg, Lina Beckmann, Devid Striesow und Kristof Van Boven.
Uraufführung: 26/9/2026 / SchauSpielHaus

FREMDE SONNE II: Medea in Kolchis

von Roland Schimmelpfennig
Regie: Karin Beier

Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Kolchis«; zu sehen sind Lina Beckmann, Wolfram Koch und Kristof Van Boven.
Uraufführung: 27/9/2026 / SchauSpielHaus

FREMDE SONNE III: Medea in Korinth

von Schimmelpfennig/Euripides/Grillparzer
Regie: Karin Beier

Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann in schwarzem Gewand kauert auf dem Boden der Bühne und stützt sich mit einer Hand ab, den Blick intensiv nach vorne gerichtet. Im Hintergrund ein gleißend helles Rechteck, umgeben von Nebel und Dunkel. Rechts und links verteilt gestapelte Ziegelsteine. Die Szene strahlt Bedrohung und äußerste Anspannung aus.
Uraufführung: 27/9/2026 / SchauSpielHaus

Extras zur Inszenierung

Mythos in Therapie

Dramaturgin Sybille Meier über »FREMDE SONNE«

Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann in schwarzem Gewand kauert auf dem Boden der Bühne und stützt sich mit einer Hand ab, den Blick intensiv nach vorne gerichtet. Im Hintergrund ein gleißend helles Rechteck, umgeben von Nebel und Dunkel. Rechts und links verteilt gestapelte Ziegelsteine. Die Szene strahlt Bedrohung und äußerste Anspannung aus.

Pressestimmen

FAZ

„Das, was man hier zu sehen bekommt, gehört zum Besten, was derzeit auf deutschsprachigen Bühnen zu erleben ist. Das ist so konzentriert auf die Kunst des Schauspielens, so unabhängig von den Tagesthemen, so unumwunden komisch und tragisch, dass man gebannt im Stuhl sitzt und nirgendwo sonst sein möchte als hier: in Hamburg, im Schauspielhaus, wo vom Größten und Schrecklichsten zugleich gehandelt wird.”

„„Fremde Sonne“ ist die glückliche Fortsetzung einer geglückten Mutprobe. Regisseurin Karin Beier setzt ihre Arbeit am Mythos fort und zeigt souverän, wie Theater heute mitreißend wirken kann [...] Zwei Tage lang dauerte dieser fünfteilige Antiken-Marathon. Zwei Tage, an denen einem das Theater wichtiger erschien als alle Welt draußen. An denen man jedem davon erzählen wollte, was es hier zu sehen und zu erleben gab. „Die Größe eines Landes steht und fällt mit seinem Umgang mit dem Unbekannten“, hieß es einmal. Und man dachte insgeheim dabei: vielleicht ist es mit dem Theater gar nicht so anders. Hier in Hamburg jedenfalls steht es jetzt – so strahlend und stark wie schon lange nicht mehr.“ (Simon Strauß)

NDR Kultur

„Drei Teile hat dieser erste Abend, und er ist eigentlich eine einzige Überforderung, auch wenn Roland Schimmelpfennig und Karin Beier die komplexen Themen immer wieder gekonnt herunterbrechen. Themen, die heutiger kaum sein könnten: imperialistisches Streben, der Umgang mit dem Fremden, mit Freiheit. […] Ein toll gespielter Abend, klug komponiert von Karin Beier: vielfältig in der Form, mit Tanz, Gesang, viel Nebel und Wasser - einerseits mit Lust am großen Bild gestaltet, andererseits im Höhlenteil dann ganz auf einen Schauspieler fokussiert. Das macht Lust auf mehr.“

„Roland Schimmelpfennig gelingt es in seinen Texten, das Gestern und das Heute ineinanderfließen zu lassen, in oft kurzer, lakonischer Sprache. Dem setzt Karin Beier teilweise große Bilder entgegen: Auf der kastenartigen Bühne toben die Elemente, wenn die Argo, das wendige Langschiff mit 50 Rudern, auf scheinbar endloser Expedition ist. Später konzentriert sie sich ganz auf Medea und Iason.“ (Katja Weise)

nachtkritik.de

„Fremde Sonne" wird so konkreter politisch, weil der Abend hier reale Fluchtbiografien in den Blick nimmt. Die Rache, die Medea plant, ist entsprechend auch die Rache eines Menschen, von dem Integration verlangt wurde, ohne dass er diese Integration tatsächlich leisten kann. Und wie schließlich ein Frauenchor diese politische Positionierung von der Bühne in den Saal trägt, das lässt einem das Blut gefrieren.“ (Falk Schreiber)

taz

„Befeuert von einem Furienchor bricht Medea alle patriarchalen Normen, kämpft um Selbstachtung und ihre Kinder. Vergeblich. Es verwandelt sich grenzenlose Verzweiflungs- in Hass- und tödliche Racheenergie. Iason versteht schon lange nichts mehr. Während Beier und Beckmann den Kosmos des Menschlichen als Selbstzerstörungsmechanismus erschütternd nachvollziehbar mit einer emotionalen Wucht ausmessen, die atemlos macht. Dieser Abgesang auf die Zukunft besticht durch großartige Bilder, kleine Splatter-, viele komödiantische Effekte, die natürliche Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart sowie ein famoses Ensemble. Kompliziert klassisches Theater – at its best.“ (Jens Fischer)

Süddeutsche Zeitung

„Diese Spielvorlage [Schimmelpfennigs] ist eine Steilvorlage für Karin Beier und ihr Granaten-Ensemble. Sie geben dem Theater, was des Theaters ist. Zweieinhalb Jahre haben sie daran gearbeitet. Ein Megaprojekt, uraufgeführt nicht nur auf großer, sondern auf riesengroßer Bühne, gestaltet von Altmeister Johannes Schütz in geradezu erlesener Schwärze, ausgestattet in symbolstarkem Minimalismus. Für die sehr feine Soundkulisse ist Jörg Gollasch zuständig, für die Lichtdramatik Annette ter Meulen. Der magische Dreiklang in der Höhle des Zentauren, das Tropfen von Wasser, die neblige Atmosphäre, das Knarzen im Gebälk – all das ist von ausgesuchter Stimmigkeit und Präzision.“ (Christine Dössel)

DIE ZEIT

„Wie schon in der mehrteiligen Theben-Saga, sozusagen dem mythologischen Prequel dieser Aufführung, hat der Dramatiker Roland Schimmelpfennig für die Intendantin und Regisseurin Karin Beier einen göttergrollend-pointenstarken Text geschrieben, mit dem er sein Personal um die halbe Welt, letztlich aber immer zu sich selbst schickt. Jason, gespielt von Devid Striesow als entschieden unentschiedener Abenteurer, klabautert durch die Meere, begleitet von einem depressiven Herkules, dem Dämon seines sadistischen Lehrmeisters, und einem Schiffskoch, Bjarne Mädel, der erst seinen Glauben verliert und dann an einer Raviolidose scheitert. Sie alle sind Getriebene, von höheren Mächten – den Göttern, dem Schicksal, dem System – durch ihr Leben geschleift, unterscheidbar nur durch die Art und Weise, wie sie auf das reagieren, was von vornherein unvermeidlich war.“ (Sven Behrisch und Tobi Müller)