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Prolog / Zwischenspiel / Die Argonauten

FREMDE SONNE Die Argonauten. Iason. Medea. / von Roland Schimmelpfennig

Eine Serie in sechs Folgen / Folge i - iii
Regie: Karin Beier
Uraufführung am 26/09/2026
SchauSpielHaus
3 Stunden
50 Minuten
inkl. einer Pause
Empfohlen ab 16 Jahren
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Prolog
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Produktionsfoto FREMDE SONNE Zwischenspiel
Theaterszene auf nasser Bühne: Mehrere Performer in Bewegung schwingen lange Stäbe, während im Zentrum Kristof van Boven mit Federbesatz an einem Holzpfahl lehnt.
Jan-Peter Kampwirth in grauem Overall, Gummistiefeln, Brille und Mütze stemmt sich angestrengt gegen einen Pfahl, der einem Steuer nachempfunden ist, während hinter ihm mehrere Performer in tiefer Vorbeuge lange Stäbe wie Ruder nach hinten drücken. Die wasserbedeckte Bühne und die Videoprojektionen von Meereswellen im Hintergrund verstärken den Eindruck einer Ruderszene auf hoher See.
Devid Striesow mit langen Haaren und blutbedecktem Körper kniet schreiend im Wasser der Bühne. Links schüttet eine weitere Figur Wasser aus einem Eimer. Im Hintergrund steht eine dunkle Silhouette in einem Lichtkegel.
Theaterszene auf einer dunklen, teilweise mit Wasser bedeckten Bühne: Maximilian David Scheidt und Jan-Peter Kampwirth stehen auf einer kleinen Kiste. Maximilian David Scheidt trägt ein blutverschmiertes weißes Hemd, hält seine Hände erschrocken hoch und schaut den anderen an. Jan-Peter Kampwirth hält den anderen an den blutüberströmten Händen und arbeitet daran mit einer großen Stricknadel. Im Hintergrund sind weitere Personen und helle Videoscreens zu sehen. Links trägt eine weitere Person einen Eimer.
Theaterszene auf einer Bühne mit Wasser: Im Vordergrund Markus John mit freiem Oberkörper, roter Hose und Kettenanhänger, der mit weit geöffnetem Mund ruft oder singt. Hinter ihm eine Gruppe in Schwarz gekleideter Performer, die lange Stäbe schräg in die Höhe recken. Links oben hält sich Kristof van Boven oberkörperfrei in einem Vertikaltuch.
Bjarne Mädel sitzt zusammengekauert auf einer Stufe der wasserbedeckten Bühne, das weiße T-Shirt mit Blutspuren bedeckt, eine Koservendose in den Händen. Er trägt ein dunkles Bandana, eine Brille und Gummistiefel. Ein einzelner Lichtkegel beleuchtet ihn im dunklen Bühnenraum.
Devid Striesow mit langen blonden Haaren und blutbeflecktem Arm hält Mirco Kreibich unter seinem rechten Arm, der sich an ihn lehnt und zu ihm hoch blickt. Um ihn herum liegen und kriechen weitere Figuren auf der dunklen, nassen Bühne. Im Hintergrund steht eine dunkle Gestalt reglos und beobachtet die Szene.
Produktionsfoto FREMDE SONNE Die Argonauten
Eine Tänzerin im hautfarbenen Kleid springt mit weit ausgestreckten Armen und fliegendem Haar in die Höhe, umgeben von Wasserspritzern. Links steht Devid Striesow mit dem Rücken zur Kamera und hält eine Schaufel. Die gesamte Bühne steht unter Wasser, im Hintergrund leuchten rechteckige Lichtprojektionen.
Ein oberkörperfreier Mirco Kreibich streckt die Arme weit aus, als würde er einen Bogen spannen und steht inmitten einer dichten Nebelwolke auf der wasserbedeckten Bühne, während Wassertropfen durch die Luft sprühen. Rechts beobachtet ein schwarz gekleideter Michael Wittenborn die Szene. Industrielle Bühnenelemente – Rohre, Betonplatten, ein Steinhaufen – umgeben die Szene.

i. Prolog: Der goldene Widder

Jeder Mythos hat mindestens eine Vorgeschichte. Und noch eine. Und noch eine weitere. Roland Schimmelpfennig kehrt mit dem Prolog zur allerersten zurück und lässt von der Entstehung des Goldenen Widders erzählen. Die gewaltsame Verwandlung der Sternenzeichnerin Theophane in ein Schaf durch den Meeresgott Poseidon bringt ein Mischwesen aus Tier, Gott und Mensch hervor, dessen Fell als „Goldenes Vlies“ in die mythische Geschichtsschreibung eingegangen ist.

Sprung in eine andere Geschichte, eine andere Zeit und an einen anderen Ort. Dort verliebt sich König Athamas in Ino, Tochter des Kadmos (!) aus Theben, und betrügt mit ihr seine göttliche Wolken frau Nephele. Die verflüchtigt sich an den Himmel. Leichte Opfer sind nun ihre beiden Kinder Phrixos und Helle für die Gesellschaft, die Verschwörungstheorien und einer Sündenbockmentalität verfällt. Auf Geheiß von Nephele erscheint der Goldene Widder zur Rettung der Kinder. Während Phrixos auf dem fliegenden Widder Kolchis erreicht, stürzt seine Schwester Helle ins Meer. Seitdem trägt die Stelle den Namen Helles-Pont. Die zurückliegende Stadt Iolkos wächst zu einer kalten, industrialisierten Hafenmetropole heran. Die Sonne muss wieder her, darüber ist sich die Stadtgesellschaft einig. Gerade im rechten Moment stolpert der verlorene Sohn und rechtmäßige Thronfolger Iason in die Stadt. Er soll es sein, der Iolkos vor seinem Niedergang bewahrt.

ii. Zwischenspiel: Zentaur, Höhle, Baum und Balken

Wo kommt er überhaupt her, dieser vermeintliche Erlöser und Retter der Menschheit? Mit dem Zwischenspiel werfen wir einen Blick zurück in Iasons Kindheit und die Höhle des Cheiron, eines Zentauren, dem der kleine Junge zum Schutz anvertraut worden war, nachdem man seinen Regenten-Vater ermordet hatte. Der Zentaur – ein halbgöttlicher Pferdemensch mit Alkoholproblem – steckt Iason zur Tarnung in Mädchenkleider und triezt ihn mit schwarzer Pädagogik. Iason gilt ihm als Inbegriff der Generation „Selbst“ – selbstbezogen, selbstverliebt und selbstgerecht –, und trotz seiner Durchschnittlichkeit setzt er ihm den Floh vom Goldenen Vlies ins Ohr. Cheirons Hauptfeind ist der Wahrheitssucher Platon, gerade weil der Zentaur als lebendes Beispiel für dessen berühmtes Höhlengleichnis herhalten muss.

Am Ende befreien sich Iason und der als Hausmeister angestellte Herakles aus den Fängen des Zentauren Cheiron und landen gemeinsam mit einem geflügelten Jungen in Iolkos. Was ist das bessere Überlebensprinzip: Freiheit, Aufbruch in die Fremde und Begegnung mit dem Unbekannten oder die Sicherheit in der Höhle der Illusion?

iii. Die Argonauten: Auftrag, Aufbruch und Irrfahrt

Mit einer mehr als zweifelhaften Mannschaft bricht Iason endlich in Richtung Kolchis auf, um das Goldene Vlies nach Iolkos zu holen. Sollte ihm dies gelingen, wäre ihm der Thron gewiss, so das hinterhältige Versprechen seines Onkels und derzeitigen Regenten Pelias. Die zur See stechende Truppe setzt sich zusammen aus Orpheus (der Sänger im Tunnel), Tiphys (der blinde Steuermann), Amphion (der gläubige Koch), Akastos (der Sohn ohne Finger) und einer fragwürdigen „Leitungsebene“ bestehend aus Iason, Herakles und dem Jungen mit den Flügeln. Unterstützt wird die abstruse Mannschaft von einer großen Menge tatkräftiger Ruderer. Und dann gibt es da möglicherweise noch einen blinden Passagier an Bord, Atalante, die unsichtbare Frau.

Roland Schimmelpfennig überführt das Heldenepos in eine antiheldische Groteske des schwarzen Humors mit Anleihen an Splatter und Mystery. Aus der Paranoia der Argonauten erwächst eine zunehmende Gewaltbereitschaft, je näher sie der Fremde kommen. Die Expedition wird enttarnt als imperialistischer Raubfeldzug zwischen Wahn und Wirklichkeit. Eine Odyssee als Parabel auf die Verrohung der menschlichen Gesellschaft unter Extrembedingungen.

Extras zur Inszenierung

Mythos in Therapie

Dramaturgin Sybille Meier über »FREMDE SONNE«

Jan-Peter Kampwirth in grauem Overall, Gummistiefeln, Brille und Mütze stemmt sich angestrengt gegen einen Pfahl, der einem Steuer nachempfunden ist, während hinter ihm mehrere Performer in tiefer Vorbeuge lange Stäbe wie Ruder nach hinten drücken. Die wasserbedeckte Bühne und die Videoprojektionen von Meereswellen im Hintergrund verstärken den Eindruck einer Ruderszene auf hoher See.

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Dem Anlass angemessen, bieten Karin Beier und ihr Team schon zum Auftakt der Reihe die gesamte theatrale Überwältigungsmaschinerie auf. Ein archaischer Chor, unerbittliche Sturmvideos (Severin Renke), unheilvolle Klänge von Jörg Gollasch (Musik und Komposition), ein gefluteter Bühnenboden, Nebelmaschinen am Anschlag, eine durchscheinende Tänzerin (Zofia Jabłońska vom Bundesjugendballett), sogar Eiskonfekt fürs Publikum, das sich mit ausgelassenem Sirtaki-Klatschen bedankt.“

Und was in „Anthropolis“ die Trommler waren, übernehmen diesmal mehr als zwanzig Ruderer: fette Bilder, präzise Massenchoreografien (Valentí Rocamora i Torà), rohe Energie. […]

Am Ende der fast vier bildgewaltigen, poetischen, wirklichkeitsnahen Stunden fühlt man sich auch als Zuschauerin wie einmal durch den Hochseesturm gepeitscht.“ (Maike Schiller)

nachtkritik.de

„Karin Beier fährt [...] das volle Programm auf. Exakt choreografierte Ruderer geben den Takt vor. Sie lässt ihr schwer beeindruckendes Ensemble als verschworene Gemeinschaft zusammenkommen – und wieder getrennter Wege gehen. Für die weiten Bögen, die Roland Schimmelpfennig spannt innerhalb der griechischen Mythologie und von der Antike in die Gegenwart, findet sie unaufdringliche Bilder. Kein Aktualisierungswahn, weder auf der Ebene des Textes noch der Regie, verflacht die Handlung. Es ist nur ein gelegentlicher Wink aus dem Hier und Jetzt, der diesen überzeitlichen Geschichten hinzugefügt wird.“ (Erik Zielke)

„"Fremde Sonne" wird so konkreter politisch, weil der Abend hier reale Fluchtbiografien in den Blick nimmt. Die Rache, die Medea plant, ist entsprechend auch die Rache eines Menschen, von dem Integration verlangt wurde, ohne dass er diese Integration tatsächlich leisten kann. Und wie schließlich ein Frauenchor diese politische Positionierung von der Bühne in den Saal trägt, das lässt einem das Blut gefrieren.“ (Falk Schreiber)

FAZ

„Das, was man hier zu sehen bekommt, gehört zum Besten, was derzeit auf deutschsprachigen Bühnen zu erleben ist. Das ist so konzentriert auf die Kunst des Schauspielens, so unabhängig von den Tagesthemen, so unumwunden komisch und tragisch, dass man gebannt im Stuhl sitzt und nirgendwo sonst sein möchte als hier: in Hamburg, im Schauspielhaus, wo vom Größten und Schrecklichsten zugleich gehandelt wird.”

„„Fremde Sonne“ ist die glückliche Fortsetzung einer geglückten Mutprobe. Regisseurin Karin Beier setzt ihre Arbeit am Mythos fort und zeigt souverän, wie Theater heute mitreißend wirken kann [...] Zwei Tage lang dauerte dieser fünfteilige Antiken-Marathon. Zwei Tage, an denen einem das Theater wichtiger erschien als alle Welt draußen. An denen man jedem davon erzählen wollte, was es hier zu sehen und zu erleben gab. „Die Größe eines Landes steht und fällt mit seinem Umgang mit dem Unbekannten“, hieß es einmal. Und man dachte insgeheim dabei: vielleicht ist es mit dem Theater gar nicht so anders. Hier in Hamburg jedenfalls steht es jetzt – so strahlend und stark wie schon lange nicht mehr.“ (Simon Strauß)

NDR Kultur

„Drei Teile hat dieser erste Abend, und er ist eigentlich eine einzige Überforderung, auch wenn Roland Schimmelpfennig und Karin Beier die komplexen Themen immer wieder gekonnt herunterbrechen. Themen, die heutiger kaum sein könnten: imperialistisches Streben, der Umgang mit dem Fremden, mit Freiheit. […] Ein toll gespielter Abend, klug komponiert von Karin Beier: vielfältig in der Form, mit Tanz, Gesang, viel Nebel und Wasser - einerseits mit Lust am großen Bild gestaltet, andererseits im Höhlenteil dann ganz auf einen Schauspieler fokussiert. Das macht Lust auf mehr.“

„Roland Schimmelpfennig gelingt es in seinen Texten, das Gestern und das Heute ineinanderfließen zu lassen, in oft kurzer, lakonischer Sprache. Dem setzt Karin Beier teilweise große Bilder entgegen: Auf der kastenartigen Bühne toben die Elemente, wenn die Argo, das wendige Langschiff mit 50 Rudern, auf scheinbar endloser Expedition ist. Später konzentriert sie sich ganz auf Medea und Iason.“ (Katja Weise)

taz

„Befeuert von einem Furienchor bricht Medea alle patriarchalen Normen, kämpft um Selbstachtung und ihre Kinder. Vergeblich. Es verwandelt sich grenzenlose Verzweiflungs- in Hass- und tödliche Racheenergie. Iason versteht schon lange nichts mehr. Während Beier und Beckmann den Kosmos des Menschlichen als Selbstzerstörungsmechanismus erschütternd nachvollziehbar mit einer emotionalen Wucht ausmessen, die atemlos macht. Dieser Abgesang auf die Zukunft besticht durch großartige Bilder, kleine Splatter-, viele komödiantische Effekte, die natürliche Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart sowie ein famoses Ensemble. Kompliziert klassisches Theater – at its best.“ (Jens Fischer)

Süddeutsche Zeitung

„Theater wie Netflix, nur besser“ (Christine Dössel)

„Diese Spielvorlage [Schimmelpfennigs] ist eine Steilvorlage für Karin Beier und ihr Granaten-Ensemble. Sie geben dem Theater, was des Theaters ist. Zweieinhalb Jahre haben sie daran gearbeitet. Ein Megaprojekt, uraufgeführt nicht nur auf großer, sondern auf riesengroßer Bühne, gestaltet von Altmeister Johannes Schütz in geradezu erlesener Schwärze, ausgestattet in symbolstarkem Minimalismus. Für die sehr feine Soundkulisse ist Jörg Gollasch zuständig, für die Lichtdramatik Annette ter Meulen. Der magische Dreiklang in der Höhle des Zentauren, das Tropfen von Wasser, die neblige Atmosphäre, das Knarzen im Gebälk – all das ist von ausgesuchter Stimmigkeit und Präzision.“ (Christine Dössel)

DIE ZEIT

„Wie schon in der mehrteiligen Theben-Saga, sozusagen dem mythologischen Prequel dieser Aufführung, hat der Dramatiker Roland Schimmelpfennig für die Intendantin und Regisseurin Karin Beier einen göttergrollend-pointenstarken Text geschrieben, mit dem er sein Personal um die halbe Welt, letztlich aber immer zu sich selbst schickt. Jason, gespielt von Devid Striesow als entschieden unentschiedener Abenteurer, klabautert durch die Meere, begleitet von einem depressiven Herkules, dem Dämon seines sadistischen Lehrmeisters, und einem Schiffskoch, Bjarne Mädel, der erst seinen Glauben verliert und dann an einer Raviolidose scheitert. Sie alle sind Getriebene, von höheren Mächten – den Göttern, dem Schicksal, dem System – durch ihr Leben geschleift, unterscheidbar nur durch die Art und Weise, wie sie auf das reagieren, was von vornherein unvermeidlich war.“ (Sven Behrisch und Tobi Müller)

„Lina Beckmann spielt ihre Medea mit Haut und Haar, als rettungslos in den Helden Verliebte, als schamvolle Verräterin, als vor Wut rasende Verlassene. Diese Medea läuft in einem anderen Schicksalsmodus als all die anderen, sie leistet Widerstand, will Handelnde sein. Und deshalb, nicht weil sie als Flüchtling ausgestoßen am Rand lebt, nicht weil man sie gedemütigt und verstoßen hat, tötet sie ihre Kinder. Sie will sich schützen mit ihrer Tat: »Niemand wird mir jemals etwas Schlimmeres antun als ich mir selbst«, sagt sie, und noch keine hat schlüssiger, empfindsamer und brutaler einen Kindsmord begründet als diese Medea, die man nie vergessen wird.“ (Sven Behrisch und Tobi Müller)

3sat Kulturzeit

„Karin Beier knüpft überzeugend an ihren ANTHROPOLIS-Zyklus an, mit einem starken Ensemble und mit Schimmelpfennigs poetischen Texten, die die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. „FREMDE SONNE“ beweist wie aktuell griechische Stoffe immer noch sind. Es ist eine Geschichte über Eroberung und Ausgrenzung und über die Suche nach der Wahrheit. Das Ringen um Macht und Ruhm führt nur zu Unheil. Der Mensch ist und bleibt des Menschen Horror.“ (Kerstin Edinger)

nd-aktuell

„Was in diesem Jahr [mit „Die Odyssee“] auf der Kinoleinwand so effekthascherisch wie grobschlächtig daherkam, das will Karin Beier allerdings auf der Theaterbühne gelingen. Am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, das Beier im 14. Jahr leitet, 9000 Kilometer vom reichlich überschätzten Hollywood entfernt, erzählt sie mit Mitteln des Theaters von Iason und seinem Aufstieg, von Medea und ihren zahllosen Demütigungen, vom Goldenen Vlies und seinen Verheißungen.“ (Erik Zielke)

„»Fremde Sonne« heißt der neue, nicht minder ambitionierte Antikenzyklus aus Hamburg, dieses Mal bestehend aus vier abendfüllenden Inszenierungen. Wer einen einmal errungenen Erfolg mit ähnlichen Mitteln einfach wiederholen will, der sollte das Scheitern nicht fürchten. Hat man die Erwartungen nicht vielleicht selbst so hochgeschraubt, dass Enttäuschungen zwangsläufig folgen müssen? Das Risiko bestand. Aber so ist es nicht gekommen. Das Schauspielhaus hat einen neuen Hit.“ (Erik Zielke)

Flensburger Tagesblatt

„Schon jetzt: Standing Ovations für eine kluge Analyse des Machtstrebens und der (düsteren) Motive des menschlichen Handelns, dargeboten von einem fulminanten Ensemble.“ (Dagmar Leischow)

WELT am Sonntag

„Was Nolan mit „Die Odyssee“ vorhatte, ist Beier mit „Fremde Sonne“ gelungen: ein Drama der in sich kollabierenden Globalisierung.“ (Jakob Hayner)

„Dass wir heute gezwungen sind, das Theater als Seismograf einer Krise zu entdecken, ist ebenso erstaunlich wie die grandiose Kunstfertigkeit, mit der Karin Beier eben das gelingt. Jeder Teil wird vom Publikum mit stehendem Applaus bedacht. Wer braucht schon Blockbuster-Kino, wenn man solches Theater hat?“ (Jakob Hayner)