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Medea in Korinth

Die Argonauten. Iason. Medea.

FREMDE SONNE / Eine Serie in sechs Folgen von Roland Schimmelpfennig / Folge v.
Regie: Karin Beier
Uraufführung am 27/09/2026
SchauSpielHaus
Empfohlen ab 16 Jahren
Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann in schwarzem Gewand kauert auf dem Boden der Bühne und stützt sich mit einer Hand ab, den Blick intensiv nach vorne gerichtet. Im Hintergrund ein gleißend helles Rechteck, umgeben von Nebel und Dunkel. Rechts und links verteilt gestapelte Ziegelsteine. Die Szene strahlt Bedrohung und äußerste Anspannung aus.
Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann im schwarzen Top reißt den Kopf zurück, die Hände verkrallt – ein Ausdruck extremer Qual oder Raserei. Michael Wittenborn im hellen Anzug mit goldener Schulterschnur greift ihr von hinten an die Schulter.
Ankündigungsfoto »Fremde Sonne II: Medea in Korinth«; Lina Beckmann in schwarzem Gewand hockt in der Mitte einer kargen Bühne und beugt sich über eine leuchtend rote Kugel, die Hände wie beschwörend darüber ausgestreckt. Rechts und links gestapelte Ziegelsteine, der Hintergrund vollständig im Dunkel. Die Totale betont die Isolation der Figur im leeren Bühnenraum.

v. Medea in Korinth: Die verlorenen Kinder

Mit »Medea« hat Euripides eine der faszinierendsten und verstörendsten Tragödien der Antike geschaffen. In über 200 Bearbeitungen erfährt sie eine enorme Rezeptionsgeschichte. Anfänglich nur eine Episode in der Fahrt der Argonauten, wird Medea im Laufe der Jahrhunderte zu einer der bedeutendsten Frauenfiguren der Weltliteratur. Roland Schimmelpfennigs Bearbeitung des Stoffes verbindet die Tragödie des Euripides mit dem psychologischen Zugriff Grillparzers und legt den Schwerpunkt auf die Reflexion des Mutterbildes in einer Männergesellschaft. Iason und Medea haben ein rastloses Nomadendasein in Griechenland hinter sich. Medea ist und bleibt die Fremde, die argwöhnisch beäugt und gemieden wird. Der hiesigen Erwartung an eine „gute“ Ehefrau und Mutter entspricht sie jedenfalls nicht. Aus Iolkos musste das Paar fliehen wegen Mordverdachts am Herrscher Pelias. Jetzt, im neuen Asyl Korinth, beschließt Iason, dieser Unglücks-Liaison ein Ende zu bereiten und Medea zu verlassen, um die Königstochter Kreusa zu heiraten und endlich doch noch König zu werden. Medea und die Kinder sollen verbannt werden. Die Fremde stört nur noch. Da beschließt sie eine ungeheure Tat: sie wird ihre beiden Kinder opfern – für ihr Gerechtigkeitsempfinden, als Vergeltung dafür, dass ihr nur mit Ressentiment und Misstrauen begegnet wird, als grausamer Akt gegen Iason, sich selbst und ihre Fehlentscheidung, dem Mann in die andere Welt gefolgt zu sein.