Zur vorherigen Seite

Zur Person: Hannah Arendt

Premiere am 02/03/2025
MalerSaal
1 Stunde
10 Minuten
keine Pause
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt
Zur Person: Hannah Arendt

1964 gibt Hannah Arendt dem noch jungen Journalisten Günter Gaus ein Interview, das inzwischen legendär ist. Arendt begegnet ihrem sanften Gegenüber mit der gnadenlosen Präzision ihrer Intellektualität. Immer wieder kommt sie auf den Schock von 1943 zu sprechen, als sie, inzwischen im US-amerikanischen Exil, von der „Fabrikation der Leichen“ (Arendt) in Auschwitz erfuhr. Ein Schock, aus dem ihre politische Theorie des Begreifens erwuchs: „Begreifen bedeutet, sich aufmerksam und unvoreingenommen der Wirklichkeit, was immer sie ist oder war, zu stellen und entgegenzustellen.“ Es ist dies ein Entgegenstellen, das, 2025, immer schwieriger zu werden droht. Nicht nur, weil der Wille genau hinzuschauen schwindet, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Erinnern an Wirklichkeit, die immer auch Vergangenheit ist, schwindet. Julia Wieninger erweckt in diesem Reenactment die große Hannah Arendt einen Abend lang zum Leben.

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Eine der faszinierendsten Theatererfahrungen, die man derzeit an einer Hamburger Bühne machen kann. […] Julia Wieninger spielt mit einer großen Direktheit, in einer bemerkenswerten Ruhe und Souveränität. Sie spricht, als würden ihr die Formulierungen just einfallen, sie übernimmt die bisweilen irritierende Schroffheit der Hannah Arendt, die Ironiebegabung, nirgends ein Pathos, kaum eine Emotion. […] Welch ein Genuss, sich dieser Konzentration hinzugeben! […] Julia Wieninger steht als Hannah Arendt im Mittelpunkt. Sie strahlt, es ist ihr Abend.“
(Maike Schiller)

Der Freitag

„Die Bühne stellt eins zu eins die Studiosituation des Fernsehinterviews nach, und auch Ausstattung, Kostüm und Maske sind authentisch bis ins letzte Detail. Und dann vollbringt die Schauspielerin Julia Wieninger, die auch für das Konzept des Abends mitverantwortlich ist, ein Wunder: Sie lässt Hannah Arendt in präziser Verkörperung auf der Bühne wiederauferstehen. Als könnten wir tatsächlich die Zeit zurückdrehen, findet sich das Publikum im Studio von 1964 wieder. Jede Geste, jedes Räuspern, jede Regung, jeder Blick und Atemzug, aber vor allem jeder gefasste und artikulierte Gedanke ist dem Original entnommen.“

„Und dann geschieht [...] die ungeheuerliche Erfahrung, dem Denken Arendts wirklich zu begegnen, ihrer Genauigkeit und ihrem Differenzierungsvermögen – also all dem, was uns heute von dieser Stunde im Jahr 1964 dramatisch trennt. Und die Antwort auf die Frage „Warum Hannah Arendt?“ wurde hier endlich greifbar, in der atemanhaltenden Konzentration im Raum eines Theaters.“
(Eva Marburg)