NEW HAMBURG

New Hamburg / Christian Bartsch

Was 2014 mit einem dreiwöchigen Festival begann, ist mittlerweile zu einem langfristigen Beteiligungsprojekt herangereift: In der Immanuelkirche im Zentrum der Elbinsel Veddel finden Konzerte, Theaterstücke, Diskussionen, Modenschauen, Minigolfparcours, Ausstellungen, interreligiöse Begegnungen und vieles mehr statt. Und im ehemaligen Gemeindesaal hat sich das »café nova« längst als wichtiger Ort insbesondere für Frauen und Familien aus dem ganzen Stadtteil etabliert. Einen vorläufigen Höhepunkt bildete im September 2018 das Festival »SoliPolis«: Ausgehend von Themen der Veddel, wurden in zahlreichen Projekten Fragen nach einer besseren Stadtgesellschaft und die Konzepte einer „Solidarischen Stadt“ diskutiert.

NEW HAMBURG ist eine Kooperation des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost, der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Veddel und des Deutschen SchauSpielHauses Hamburg.

Songs For Joy - Die Gala

Songs for Joy / Anna Backhaus

von Jacques Palminger und Carsten »Erobique« Meyer

»Songs For Joy« könnte auch »Ihr Song« heißen, sogar werden: Sie bringen den Text zu Papier, der schon immer zum Soundrack Ihres Lebens passt, auch wenn die Tonspur noch fehlt, und schicken ihn an unser Team. Und es passiert, was im Leben selten vorkommt, sofortige Wunscherfüllung: Der Text wird umgehend vertont und eingespielt von zwei der größten Spezialisten für musikalische Rohdiamanten – mit Unterstützung von Musiker*innen der Veddel und aufgenommen in der zu einem offenen Tonstudio ausgebauten Immanuelkirche. Man kann vorbeikommen, dabei sein und mitsingen etc. Am Ende des Projekts stehen eine große Show und die Produktion einer Platte.

Präsentiert werden die neuen Lieder auf der »Songs For Joy«-Gala am 29/5 & 30/5 auf der Großen Bühne des SchauSpielHauses. Hier werden die neuen Songs das erste Mal zu hören sein, aber auch Top-Hits der »Songs-For-Joy«-Geschichte.

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Ministerium für Einsamkeit

Ministerium der Einsamkeit / Christian Bartsch

Künstlerische Intervention zur Begrenzung von Einsamkeit

Regie: Peter Kastenmüller

Einsamkeit macht krank, messbar, wie Zigaretten, Übergewicht oder Depression, ist weltweit verbreitet und zugleich ein Tabu, etwas, worüber man kaum spricht. Längst hat sie alle Altersgruppen und Schichten erfasst. Auch viele Jugendliche beschreiben sich selbst trotz massenweiser Kontakte, Follower und Friends auf Insta, TikTok, facebook & Co als einsam oder „lost“ – mitten in den Welten schöner Stilisierung.

„Loneliness is a real and diagnosable scourge“, eine Geißel, war das Resultat einer britischen Studie, die in Großbritannien zur Ernennung eines eigenen »Minister of Loneliness« führte, um Anti-Einsamkeitsmaßnahmen im großen Stil in unterschiedlichen Bereichen des Lebens einzuleiten.

Im Rahmen von NEW HAMBURG lotet unser Projekt die Möglichkeiten einer solchen eigens auf der Veddel gegründeten Behörde spielerisch aus. Ein inszeniertes Eintreten in das Ministerium für Einsamkeit steht am Anfang dieser künstlerischen Intervention, gemeinsam erarbeitet mit den Bewohner*innen der Veddel und Spieler*innen des SchauSpielHauses. In einem Parcours entlang verschiedener Orte – den Abteilungen des Ministeriums und den Realitäten vor Ort – kommen die Teilnehmer*innen mit verschiedenen Aspekten von Einsamkeit und den Maßnahmen ihrer Bekämpfung in Berührung. Fachabteilungen des Ministeriums richten Residenzen ein, um einen reibungslosen Austausch zwischen Behörde und Bürger*innen zu garantieren. Möglicherweise muss die neue Einsamkeit vom Ministerium auch umarmt werden – und gefeiert, um sie herüberzuholen von der dunklen Seite. Für den Besuch unserer Verwaltungsperformance soll nach britischem Vorbild jedenfalls gelten: YOU‘LL NEVER WALK ALONE

Künstlerisch verantwortlich für das Projekt sind Aino Laberenz und Peter Kastenmüller, zuletzt Direktor des Theater Neumarkt Zürich und langjähriger Partner von Björn Bicker, dem (Mit-) Gründer von NEW HAMBURG.

Uraufführung am 17/05/2023 in der Immanuelkirche und an anderen Orten.

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Monte Mortale

Monte Mortale / Christian Bartsch

von Florian Fischer

Der heute als »Energieberg Georgswerder« firmierende Hügel

am Rande der Veddel wurde einst als »Monte Mortale«, als „gefährlichster Berg der Welt“ bezeichnet. Er ist kein Berg im natürlichen Sinne. Unter seiner Oberfläche liegen Kriegsschutt und der Hausmüll der Nachkriegsjahre, ehe zehntausende Tonnen Industrie- und Sondermüll (meist legal und ohne Kontrolle) eingelagert wurden. 1983 folgte der Schock: unter den Stoffen befand sich hochgiftiges Dioxin und sickerte ins Grundwasser. Die Folgen für Hamburg und insbesondere die Veddel waren und sind bis heute dramatisch. Das Gift bleibt dauerhaft, der Umgang damit ist eine Ewigkeitsaufgabe. Es schreibt sich ein in die Körper und Böden, die Luft, und verbindet Hamburg mit einer immer größer werdenden Anzahl an Orten weltweit, die unter den Abfällen kapitalistischer Produktionsweisen leiden.

Regie: Florian Fischer / Bühne: Katharina Schütz / Dramaturgie: Bastian Lomsché

Uraufführung: 16/10/2021 / Immanuelkirche, Wilhelmsburger Straße 73, Veddel

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