Amadé
Schon als Kind war Mozart eine Sensation: Als musikalischer Wunderknabe gibt er Klavier– und Geigenkonzerte in ganz Europa, mit acht komponiert er seine erste Sinfonie, es folgen in außergewöhnlichem Tempo zahlreiche andere Werke – Lieder, Konzerte, Sonaten, Singspiele, Opern. Mit nur 35 Jahren stirbt der Komponist. Seine Musik gilt heute als zeitlos, er selbst nicht nur als musikalisches Jahrhundert-Genie – sein Konterfei ziert Schokoladenprodukte, Spirituosen und Kaffeetassen. Die als unangenehm, widerständig oder peinlich empfundenen Aspekte seiner Persönlichkeit und seines Lebens mussten dafür aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt werden. »Amadé« versucht eine Begegnung mit dem Geist Mozarts – dem Geist der Unangepasstheit und des Geliebt-Werden-Wollens. Es wird um die Frage gehen, ob man seinem künstlerischen Ideal oder eher den Erwartungen eines zahlenden Publikums verpflichtet ist. Ob der Wunsch zu gefallen oder die Widerständigkeit von Kunst im Vordergrund steht.
Mit mehreren Einladungen zum Berliner Theatertreffen, zwei Auszeichnungen mit dem NESTROY als Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum und dem Berliner Theaterpreis zählt Premieren Christopher Rüping zu den wichtigsten deutschen Theaterregisseuren. Mit »Amadé« inszeniert er zum ersten Mal am SchauSpielHaus Hamburg.