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Antiope

von Anne Jelena Schulte
Regie: Henry Morten Oehlert
Uraufführung am / 18/04/2024
RangFoyer
1 Stunde
30 Minuten
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan
Antiope / Apollonia Bitzan

In Theben herrscht die Reinheit. Antiopes Vater, König Nykteus, erlaubt nur das Schöne, selbst schwitzen wird bestraft, alle Widersprüche sind verbannt. Antiope muss fort, sie sucht die Freiheit. Im Wald, im Wilden, Ungeordneten, im Unbeherrschten findet sie sie und wird gefunden: von einem Satyr, Wesen zwischen Mensch und Tier. Oder ist der Satyr vielleicht ein Gott, Zeus? Oder ist Zeus vielleicht Epopeus, König von Sykion? Oder ist Epopeus vielleicht ein ganz anderer? So oder so: Antiope wagt es, sich vom totalitären System ihres Vaters zu lösen, was brutale Rache gegen Mensch und Natur auslöst. Blind vor Hass lässt Nykteus den Wald roden, Antiope, inzwischen schwanger, muss bestraft werden. Nach Nykteus plötzlichem Tod übernimmt sein Bruder Lykos den Thron und potenziert die Totalität des Reinen zur Blutherrschaft. Antiopes Tante Dirke wird zu ihrer Peinigerin, fängt sie, sperrt sie weg, foltert sie. Erst als Antiopes Söhne, die Zwillinge Amphion und Zethos, erwachsen sind, gelingt ihr die Flucht aus der Folterkammer der Tante.

Die Autorin Anne Jelena Schulte hat für das SchauSpielHaus Hamburg einen Text geschrieben, der sich auf die Suche macht nach der verlorenen Geschichte Antiopes, dieser Frau, die immer schon da war, aber nie eine Stimme hatte. Denn mit Euripides‘ verlorenem Drama »Antiope« ging nicht nur ein Stück Literatur verloren, sondern auch ein wichtiges Puzzlestück in der großen antiken Geschichte um die Stadt Theben. Anne Jelena Schulte schließt diese Lücke und fragt in ihrem vielstimmigen, hoch-musikalischen Text, welche Gefahr von einer Frau ausgeht, die ihrem Willen zur Freiheit, zur Selbstbestimmung, zur Eigenheit folgt und wie Emanzipation möglich werden kann, allen Widerständen zum Trotz. Henry Morten Oehlert wird mit seiner Inszenierung von »Antiope« erstmalig im RangFoyer des SchauSpielHaus Hamburg inszenieren.

Mit freundlicher Unterstützung der

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Pressestimmen:

theaterzeithamburg

„Eine spannende Geschichte, nämlich die einer Frau, die sich gegen das Herrschaftssystem ihres Vaters auflehnt, indem sie einfach die Stadt verlässt und in den Wald geht. Für sie zählt alleine das Lustprinzip, dem Folgen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Damit wird sie zur Gefahr für das bestehende System. […] Sasha Rau lässt ihre Antiope in der Schwebe zwischen antiker und heutiger Gestalt. Sie trotzt mit funkelnden Augen ihrem Vater, dem König Nykteus (Michael Weber, der auch jeder seiner verschiedenen Rollen einen eigenen Charakter gibt), tanzt begeistert mit Epopeus (ebenfalls in mehreren Rollen: Christoph Jöde) und lässt nicht einen Moment Zweifel an ihrem selbstbestimmten Handeln aufkommen.“

Hamburger Morgenpost

„Das Drei-Personen-Stück macht in anderthalb Stunden auf der kleinen Bühne mächtig Dampf: mit vielen Videoprojektionen, lauten Schreien, hin und her zischenden Vorhängen, Gesang und Schlagzeug.“