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Das Adressbuch

Ein Labyrinth nach Sophie Calle

Aus dem Französischen von Sabine Erbrich
Regie: Ruben Müller
Uraufführung am 25/09/2026
MalerSaal
1 Stunde
20 Minuten
Keine Pause
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz und Daniel Hoevels sitzen sich gegenüber auf zwei schwarzen Lehnstühlen, vor ihnen steht eine Kamera auf einem Stativ. Hinter ihnen hängen versetzt mehrere offene und geschlossene Vorhänge, auf einem ist das Gemälde zweier Stiere zu sehen ist, die miteinander kämpfen.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz hält mit beiden Händen eine Filmkamera vor sich und schaut hindurch. Die Kamera ist auf Daniel Hoevels gerichtet, der ihr ebenso zugewandt ist. Im Hintergrund sitzt Sasha Rau und schaut zu den beiden herüber.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz steht in einem langen roten Ledermantel zwischen verschiedenen Vorhängen, ihre Hände sind vor dem Körper gefaltet. Sie schaut in die Richtung von Sasha Rau, die vor ihr auf einem Stuhl sitzt.  Im Vordergrund ist eine Kamera auf einem Stativ mit eingeschaltetem Display zu sehen.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz zwischen zwei großen hängenden LED-Screens, die sie mit ihren Händen berührt. Sie schaut nach unten. Auf dem rechten Screen ist eine Person in einem altrosafarbenen Hemd samt dazu passender Hose, Gürtel und Krawatte zu sehen. Auf dem linken Screen ist die Schulter der gleichen Person sowie eine weitere Person mit einem dunkelroten Samt-Oberteil zu sehen, die sich mit einer Hand an den Oberarm fasst.
Eine Nahaufnahme von einer Person in einem altrosa-weiß-gemusterten Hemd, darunter trägt sie ein altrosafarbenes Hemd und eine Krawatte in der gleichen Farbe, auf der in rosa der Schriftzug Je t'aime eingestickt ist.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz in einem roten Kleid, auf das eine Blume, verschiedene Portraits einer Frau und eine Art Mind Map gestickt sind. Sie schaut ins Publikum, eine Hand ist erhoben und der Zeigefinger ausgestreckt.
Bühnensituation: Sasha Rau in einem dunkelroten Hosenanzug. Sie sitzt auf einem schwarzen freischwingenden Ledersessel und hat ihre Beine auf einen weiteren Sessel in der Nähe gelegt. Im Hintergrund ein Vorhang.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz steht vor einem zugezogenen Vorhang, auf dem das Gemälde zweier Stiere zu sehen ist, die miteinander kämpfen. Links steht die Jahreszahl 1983.
Bühnensituation: Ein zugezogener Vorhang, auf den das Bild von Sasha Rau zu sehen ist, die nach oben in die Kamera schaut.
Bühnensituation: Ein Vorhang, auf den zwei Hände projiziert sind, die im Schoß einer Person liegen. Rechts vom Vorhang ist eine Person mit einem langen roten Ledermantel von hinten zu sehen.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz hält mit beiden Händen eine Filmkamera vor sich und schaut hindurch. Die Kamera ist auf Daniel Hoevels gerichtet, der ihr ebenso zugewandt ist. Im Hintergrund sitzt Sasha Rau und schaut zu den beiden herüber.
Bühnensituation: Alberta von Poelnitz in einem roten Kleid, sie schiebt einen Vorhang zur Seite. Dahinter sind weitere Vorhänge zu sehen.
Bühnensituation: Ein zugezogener transparenter Vorhang. Seitlich hängt eine große Leinwand, auf der ein Bild von Alberta von Poelnitz projiziert ist, die in einem roten Kleid flach auf dem Boden liegt und in die Kamera schaut. Im Hintergrund ist eine Treppe zu sehen, darauf steht Sasha Rau. Sie hält eine Filmkamera vor sich und schaut hindurch. Die Kamera ist auf Daniel Hoevels gerichtet, der vor ihr, einige Stufen höher, steht.
Bühnensituation: Eine Deckenschiene mit vielen Verzweigungen, an denen verschiedene gemusterte Vorhänge hängen, einen davon zieht Alberta von Poelnitz gerade auf. Vorn hängen seitlich zwei Screens. Auf dem rechten Screen ist eine Person in einem altrosafarbenen Hemd samt dazu passender Hose, Gürtel und Krawatte zu sehen. Auf dem linken Screen ist die Schulter der gleichen Person sowie eine weitere Person mit einem dunkelroten Samt-Oberteil zu sehen, die sich mit einer Hand an den Oberarm fasst.
Bühnensituation: Sasha Rau steht in einem dunkelroten Hosenanzug in der Mitte der Bühne und schaut zu etwas Leuchtendem hinauf. Seitlich von ihr befinden sich hohe zugezogene Vorhänge mit Mustern darauf.
Bühnensituation: Sasha Rau hält eine Filmkamera vor sich und schaut hindurch. Die Kamera ist auf Daniel Hoevels gerichtet, der vor ihr steht. Seine Hände umfassen hinter ihm einen grau-gemusterten Vorhang.
Bühnensituation: Eine Deckenschiene mit vielen Verzweigungen, an denen verschiedene gemusterte Vorhänge hängen sowie seitlich zwei schwarze LED-Screens. Mittig steht eine Person in einem Kleid, fast schwarz im Schatten des Lichtes, das hinter ihr auf den Boden strahlt.
Bühnensituation: Ein zugezogener transparenter Vorhang, dahinter geht Daniel Hoevels entlang. Mittig steht Alberta von Poelnitz mit dem Rücken zum Publikum und mit etwas Abstand ist Sasha Rau zu sehen, die ebenfalls steht und nach oben schaut. Seitlich vor dem Vorhang hängt ein LED-Screen, auf dem die Frontansicht von Alberta von Poelnitz zu sehen ist.

„Er nahm es mir übel.“

Ein zufällig gefundenes Adressbuch wird zum Ausgangspunkt eines radikalen Experiments. Die Künstlerin Sophie Calle kopiert die Kontakte eines ihr unbekannten Mannes und beginnt dessen Leben zu rekonstruieren. Sie spricht mit Freund*innen, Bekannten, Verwandten und flüchtigen Begegnungen. Aus ihren Erzählungen entsteht nach und nach das Bild eines Menschen, den sie nie direkt trifft, und der doch immer greifbarer erscheint. Was als neugierige Recherche beginnt, verwandelt sich in eine Grenzüberschreitung. Zwischen Nähe und Distanz, Dokumentation und Projektion stellt sich die Frage: Darf man einen Menschen durch die Perspektiven anderer kennenlernen? Wer erzählt hier eigentlich wen? Und wo verläuft die Grenze zwischen künstlerischer Freiheit und Übergriff?

Als Sophie Calle ihre Recherchen 1983 in der Zeitung »Libération« veröffentlicht, löst sie einen Skandal aus. Der Betroffene spricht von einem Eingriff in seine Privatsphäre. Gerade diese Ambivalenz macht »Das Adressbuch« zu einem bis heute verstörenden Kunstwerk. Ein Kriminalfall ohne eindeutige Schuld, der das Publikum selbst verstrickt. Was bleibt von einem Menschen, wenn andere über ihn sprechen?

Regisseur Ruben Müller und sein Team nähern sich diesem Stoff mit einem dokumentarischen und zugleich poetischen Zugriff. In seinen Arbeiten untersucht Müller reale Ereignisse und ihre Erzählformen. Für »Das Adressbuch« entwickelt er eine Inszenierung, die Calles Versuchsanordnung in eine theatrale Untersuchung von Blick, Kontrolle und der Sehnsucht nach dem Anderen überführt.

Extras zur Inszenierung

Interview mit der Produktion

Das »Adressbuch«-Team im Gespräch mit den Dramaturg*innen Matthias Günther und Christina Schulte

Bühnensituation: Alberta von Poelnitz hält mit beiden Händen eine Filmkamera vor sich und schaut hindurch. Die Kamera ist auf Daniel Hoevels gerichtet, der ihr ebenso zugewandt ist. Im Hintergrund sitzt Sasha Rau und schaut zu den beiden herüber.

Unterstützt durch die Freunde und Freundinnen des Deutschen Schauspielhauses e.V.

  • Freundeskreis

Pressestimmen:

NDR Kultur

„Was ist Privatsphäre noch wert? Eine hochaktuelle Frage, die Ruben Müller und sein Team aber mithilfe einer Erzählung stellen, die schon mehr als 40 Jahre alt ist.“

„Der Mensch ist mehr als die Summe seiner biografischen Spuren. Das Stück ist ein skandalöses Gedankenexperiment. Wir, das Publikum, schauen durchs Schlüsselloch und sehen uns selbst.“
(Peter Helling)

Hamburger Abendblatt

„Worum es [dieser klugen, vielschichtigen Inszenierung] geht: um Fragen nach Identität, nach medialer Vermittlung. Chloe Kellys Bühne zitiert den ursprünglichen Erscheinungsort von Calles Text, mit Bildschirmen, deren Anordnung an sorgfältig layoutete Zeitungsseiten erinnern, auch der Videoeinsatz eröffnet eine Spur von Medienkritik.“
(Falk Schreiber)