Kunst gegen Kälte – Die Mission
Hamburg 1997-2022: Soziale Praxis zwischen Nützlichkeit und Widerstand
Was Christoph Schlingensief 1997 als „Prototyp einer Bahnhofsmission“ inszenierte, wurde zu einer von wohnungslosen Menschen selbst verwalteten Wirklichkeit: 25 Jahre lang verband die »Mission« Kunst und Suppe, Rückzugsort und Ausnahmezustand, soziale Praxis und Widerstand. Nach drei Ortswechseln verlor sie 2022 endgültig ihre Räume. Was kann Kunst bewirken? Wie entkommen wohnungslose Menschen der Rolle der „Befürsorgten“? Und wie verhält sich eine Stadt zur sichtbaren Armut in ihrem Zentrum?
Anna Ulmer beleuchtet die Geschichte der »Mission« anhand von Gesprächen mit Beteiligten und im Kontext der künstlerischen Aufbrüche der neunziger Jahre. Fotografien von Markus Scholz erzählen von diesem Ort und den Menschen, die ihn geprägt haben.