Zur Person: Edward Teller
„Herr Professor Edward Teller, Sie sind ein weltberühmter Mann und ein ebenso umstrittener Mann, weltberühmt und umstritten als Atomforscher, als ein Wissenschaftler, der bestimmte nukleare Forschungen mit besonderer Entschiedenheit vorangetrieben hat, gegen alle Widerstände, gegen alle Opposition.“ (Günter Gaus)
Seit der Spielzeit 2024-25 gelingt es Julia Wieninger virtuos, Hannah Arendt im Reenactment des Interviews von Günter Gaus aus der legendären Reihe »Zur Person«, in „präziser Verkörperung auf der Bühne wiederauferstehen“ zu lassen (Der Freitag). Nun wird sie zu Edward Teller. Teller war während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam mit Robert Oppenheimer maßgeblich an der Entwicklung der ersten Nuklearwaffen beteiligt. Diese bleiben für ihn, im Gegensatz zu vielen anderen Wissenschaftler*innen, auch nach Kriegsende eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Ein künftiger Krieg soll durch das größtmögliche Vernichtungspotenzial verhindert werden. »Zur Person: Edward Teller« verhandelt Fragen, die nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine virulent geworden sind. Fragen nach dem Zusammenhang von Aufrüstung, Abschreckung und Frieden. Wenn das Ende der Geschichte ausbleibt, lohnt sich ein Gespräch mit der Vergangenheit. Eindrücklich beleuchtet das Interview von 1963 das Verhältnis von Wissenschaft, technischem Fortschritt und politischer Verantwortung.