Café Populaire

Hamburger Fassung
von Nora Abdel-Maksoud

Premiere 04/09/2021

MalerSaal

Dauer: ca. eine Stunde. Fünfundvierzig Minuten. Keine Pause.

Termine

„Warum kann man im Theater so gut Witze über Arme machen? – Weil sie sich die Karten eh nicht leisten können.“ Ein böser Scherz, besonders hinterhältig, wenn man bedenkt, wer da wahrscheinlich lacht. »Café Populaire« bietet unzählige solcher raffinierter Gemeinheiten, ist subversive Satire vom Feinsten, seine junge Autorin eine Entdeckung, die sich um alles schert, vor allem um „Race, Class und Gender“, allerdings jenseits jeglicher Political Correctness. „Das Thema des heutigen Abends ist Klassismus, ja, nicht Klassizismus“. Da ist Svenja, Gutmensch und Bildungsbürgerin schlechthin, die als Künstlerin mit Humor und Humanismus die Welt verbessern will, aber wie viele Kulturschaffende ihren Lebensunterhalt prekär, in diesem Falle als Clown in einem Hospiz verdient. Da ist Püppi, eine altlinke Hospizbewohnerin, die nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Betreiber für ihre Arbeiterkneipe sucht. Und Aram mit Migrationshintergrund, der „Dienstleistungsproletarier“, der sich mit allen möglichen Jobs, Uber-Fahrer, Paketbote, Masseur usw., über Wasser hält. Und nicht zuletzt Don, das böse, neoliberale Alter Ego von Svenja, das immer wieder ungewollt aus ihr herausbricht und sich überheblich von den „Prolls“ abzugrenzen sucht. Brillant, wie Nora Abdel-Maksoud in rasanten Dialogen mit Witz und Verve dem Publikum tiefernste Fragen um die Ohren haut: Wie steht es eigentlich wirklich um unsere Weltoffenheit? Welche Rolle spielt Geld, spielt Klasse, spielen soziale Klischees in unserer Gesellschaft?

»Café Populaire« wurde 2018 am Neumarkt Theater in Zürich uraufgeführt.

Für das Hamburger SchauSpielHaus hat die Autorin eine eigene Fassung geschrieben. Nora Abdel-Maksoud hat für ihr Stück »Café Populaire« den mit 5.000 Euro dotierten Hermann-Sudermann-Preis erhalten.


Fotos: Arno Declair

Es spielen: Anja Laïs, Sebastian Kreyer, Eva Maria Nikolaus, Maximilian Scheidt

Regie: Sebastian Kreyer Bühne: Thomas Dreißigacker Kostüme: Maria Roers Licht: Andreas Juchheim Musik: Andreas Seeligmann Video- und Sounddesign: Valerij Lisac Dramaturgie: Ralf Fiedler

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

Nora Abdel-Maksouds „Café Populaire“ ist ein schreiend komisches Stück. Theater, das niemanden schont. Die Inszenierung ist liebevoll ausgestattet mit einem Bühnenbild aus der Hand von Thomas Dreißigacker, mit Kostümen von Marie Roers und Video- und Sounddesign von Valerij Lisac […] und hat ein hochmotiviertes Ensemble zur Verfügung: Anja Laïs stattet Svenja mit großer Desillusionierung aus, mit der Erkenntnis, dass das freie Künstlerinnenleben doch nicht so frei ist wie gedacht. Eva Maria Nikolaus gibt Püppi mit Mut zu Überbiss und krachledernem Volkstheaterspiel. Und Maximilian Scheidt legt in Aram alle Klischees, die migrantische Comedy zu bieten hat. Außerdem spielt Kreyer selbst mit, als Don.

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