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Caesar

Koproduktion mit dem Lausitz Festival 2022 und der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH In Zusammenarbeit mit dem Théâtre National du Luxembourg

von William Shakespeare / nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel / bearbeitet von Elisabeth Plessen
Regie: Stefan Pucher
Premiere / 03/09/2022
MalerSaal
1 Stunde
40 Minuten
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch
Caesar / Oliver Fantitsch

Wenn die Macht am größten ist, ist die Ablösung am nächsten. Was wie ein bekanntes Sprichwort klingt, ist nichts anderes als spröde Statistik; denn seit Menschengedenken steht, wer zwecks Machterhalt alles um sich herum zerstört und selbst engsten Mitstreiter*innen misstraut, bereits mit einem Fuß am Abgrund. Der endgültige Umsturz wird dann zumeist von einer besonders loyalen Person, nicht selten direkt von Mitgliedern der Familie organisiert. Und nicht nur das. Denn diejenigen, die der Macht am nächsten waren, sind fast immer die Nächsten an der Macht. So auch im Fall von Julius Caesar, dessen wichtigster Verbündeter schließlich sein Nachfolger wird. Die berühmten „Iden des März“ spielen hierbei nur eine Nebenrolle, denn umgebracht wird Caesar zwar ebenfalls von nahestehenden Figuren, der Allernächste jedoch wartet dezent im Schatten auf seinen Auftritt.

Stefan Pucher, der am Deutschen SchauSpielHaus vor einigen Jahren eine zum Berliner Theatertreffen eingeladene »Othello«- Inszenierung herausbrachte, bei der sich das Geschehen zeitweise aus dem Theater heraus auf den Vorplatz des Hauptbahnhofs verlagerte, richtet seinen Blick nunmehr in die luftdichten Hinterzimmer der Macht, in denen die Strategien des Umsturzes entwickelt werden. Was man dort in den Worten William Shakespeares zu hören bekommt, ist widersprüchlich, brutal, einleuchtend und beängstigend zugleich. Und genau das ist es, worum sich alles dreht in Puchers »Caesar« im MalerSaal: die unbegreifliche und eiskalte Rhetorik der Machtübernahme.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes

Gefördert durch die

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Pressestimmen:

Hamburger Abendblatt

„[Stefan Pucher] kommt mit einer kammerspielartigen Inszenierung […] der politischen Gegenwart erschreckend nah. Der gnadenlose Populismus der Macht, die verblüffend simple Manipulation des Volkes, die permanente Bedrohung der Freiheit und der Demokratie, die Ernüchterung. Es ist alles da.“

NDR 90,3 / NDR Kultur

„Stefan Pucher hat einen ungeheuer dichten Abend inszeniert, bei dem der Rhythmus langsam, dräuend in die Katastrophe führt: Josef Ostendorf, famos und pompös auch er, spielt Brutus, in langer Toga, schmuckbehangen. Großartig spielen sie alle, Sandra Gerlings Cassius – ein schlangenhaft kluger Intrigant, Samuel Weiss als schmieriger Mitläufer und Yorck Dippe, der spröde Mahner.“

nachtkritik

„Josef Ostendorf als Brutus [...] ist für sich genommen ein Ereignis. Von der Statur her ein römischer Koloss, aber seelenzart und weich die Worte wägend, ohne dass ihn das Dominanz kosten könnte. Ein Wink von ihm, und alles folgt. Aber Gefolgschaft will er gar nicht. Dieser Brutus ist im Herzen ein Ästhet. Eine Schwermut umweht ihn, ein Wissen vom Unabänderlichen seines Schicksals, vom nahenden Scheitern."