Medea in Athen
Die Argonauten. Iason. Medea.
vi. Medea in Athen: Der gefundene Sohn
Nach dem Mord an ihren Kindern flieht Medea zu König Aigeus nach Athen, der ihr Asyl gewährt unter der Bedingung, dass sie ihm den ersehnten Thronnachfolger gebiert.
Wir sehen zwei Menschen bei ihrem bürgerlichen Eheleben auf Droge zu: Medea als „Tradwife“ und ihr neuer Ehemann Aigeus als zynisch verkommener Staatschef haben sich ganz dem Alkohol ergeben. Da klingelt es an der Tür: Ein gewisser Theseus steht davor und behauptet, Aigeus’ Sohn zu sein.
Dem Klassiker unter den Well-made-Plays »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« folgend hat Roland Schimmelpfennig ein rasantes und bitterböses Satyrspiel geschrieben, das den Mythos um Medea in unsere Gegenwart eines erodierenden Bürgertums fortspinnt.