Weil der Frieden Zucker ist! oder: Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof
Gemeinsam mit seinen Freunden versucht Pollak Henri (der Besitzer des kleinen Mopeds mit der verchromten Lenkerstange), seinen wehrpflichtigen Kumpel Kara- wie hieß er noch gleich? – vor der Verschickung nach Algerien zu retten. In Algerien ist Krieg, ein schmutziger Kolonialkrieg noch dazu, und besagter Karadingsbums hat nicht die geringste Lust, dort den Helden zu spielen. Krieg, da sind sich alle einig, ist gar nicht hübsch, ist vielleicht sogar ein Verbrechen. Es gilt also, die Absichten des Militärs wenigstens in diesem einen Fall zu durchkreuzen, und Karadingsbums vor dem Krieg zu bewahren. Die Pariser Clique, Intellektuelle und Lebenskünstler*innen allesamt, sind leider im Philosophieren und Diskutieren besser bewandert als in einfachen Fragen praktischer Solidarität …
Georges Perecs Text ist die mit Sicherheit komischste und anarchischste Verteidigung des Pazifismus und des Rechts des Einzelnen gegen einen militarisierten Staat in der Literaturgeschichte. Erstmals auf die Bühne gebracht wird er von Anita Vulesica, deren Inszenierung »Die Maschine oder: Über allen Gipfeln ist Ruh« – ebenfalls auf Grundlage eines Textes von Georges Perec – 2025 zum Theatertreffen eingeladen war, den 3sat-Preis erhielt und mit dem NESTROY für die Beste Inszenierung im deutschsprachigen Raum geehrt wurde.