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Aus dem Leben

basierend auf Interviews mit Sterbebegleiter*innen, Palliativpfleger*innen, Suizidwilligen und ihren Angehörigen

Ein Projekt von Brigitte Venator und Karin Beier
Regie: Karin Beier
Premiere / 15/12/2021
MalerSaal
2 Stunden
25 Minuten
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin
Aus dem Leben / Thomas Aurin

„Der freiwilligste Tod ist der schönste. Das Leben hängt vom Willen der anderen ab – der Tod von unserem“, sagt der französische Philosoph und Essayist Michel de Montaigne. Der einflussreiche Philosoph des 16. Jahrhunderts stellt die Autonomie des Menschen auch im Angesicht des Todes in den Vordergrund seiner Reflexionen. Und eben diese Frage, ob die Freiheit des Menschen auch die Freiheit zum Tod umfasst, ist im 21. Jahrhundert wieder hochaktuell. In dem Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung versus Schutz des Lebens verläuft die Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 das geltende Verbot der „geschäftsmäßigen“ Suizidhilfe für nichtig erklärt hat.
Das Gericht musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Staat dem Sterbewilligen Hindernisse in den Weg legen darf, weil es um das höchste Gut unseres Wertesystems geht – um das Leben? Oder muss er im Gegenteil den Patient*innen bei seinem Schritt im Sinne des freien Willens unterstützen? Inzwischen wird diese Auseinandersetzung in vielen weiteren gesellschaftlichen Bereichen, in Politik, Kirche, Medizin, geführt. In einigen Ländern wie beispielsweise in der Schweiz ist Sterbehilfe bzw. assistierter Suizid seit Langem legal. Auch in Deutschland sind seit dem Bundesverfassungsgerichtsbeschluss einige Sterbehilfevereine aktiv geworden. In diesem Theaterabend kommen viele verschiedene Stimmen zu Wort: Menschen, die diesen Schritt gehen wollen, erzählen ihre Geschichten. Philosoph*innen, Politiker*innen, Medizinethiker*innen, Ärzt*innen, Jurist*innen und Angehörige schildern, welchen spezifischen Herausforderungen sie sich stellen mussten, berichten über ihre Erlebnisse und Perspektiven auf die Debatte um Sterbehilfe in Deutschland.

Pressestimmen

NDR 90,3 Kulturjournal

„Wie erzählt man vom Sterben oder genauer: vom Sterben-Wollen? [...] Man macht es am besten so: indem das Theater sich tief verbeugt vor der Wirklichkeit. Das alles tut weh beim Zuschauen, denn die Texte stammen von realen Menschen, Sterbenden, Sterbebegleitern und Angehörigen [...] Das fünfköpfige Ensemble leiht ihnen Körper und Stimme. So entsteht ein feines Gewebe zwischen Dasein und Nicht-mehr-Sein, an der Schwelle: Die Schauspieler und Schauspielerinnen spielen so dicht, lassen so tief blicken, füllen die Sprache von innen aus, dass diese echten Texte zu atmen beginnen.“

Hamburger Abendblatt

„Im Grunde geht es zu wie auf einer guten Beerdigung: sehr traurig, anrührend, verlegen, aber doch auch schräg und unwirklich und, ja, bisweilen eben auch zum Lachen. Das alles gelingt, ohne pietätlos oder makaber zu sein. Karin Beier, Brigitte Venator, die die Interviews führte, Julian Pörksen, der das Material für die Bühne bearbeitet hat, und einem spürbar empathischen Ensemble glückt ein Abend über Krankheit und Tod, der eine gewaltige Zuneigung zum Leben und zu den Menschen vermittelt.“

nachtkritik.de

„Julia Wieninger und Lina Beckmann, Markus John, Maximilian Scheidt und Carlo Ljubek übernehmen darin nun die durchweg sehr eindrucksvollen Erzählungen und Berichte von und über Menschen, die selber im Begriff sind, "aus dem Leben" zu gehen; oder bereit sind, dabei behilflich zu sein. […] Aber dann kommt halt die Kapelle herein mit dem weißen Sarg, und da tanzen die Traum-Gestalten mit den Totenmasken. […] Viva la Muerte!“

Hamburger Morgenpost

„Grundlage des Textes sind Interviews mit Sterbebegleitern und Sterbehelfern, Hospizpflegerinnen, Todkranken mit Suizidabsichten und Hinterbliebenen. Im Malersaal werden ihre Texte von fünf Darsteller:innen gesprochen, und dafür schickt Regisseurin Karin Beier ihr A-Team auf die Bühne – Lina Beckmann, Julia Wieninger, Carlo Ljubek, Markus John und Maximilian Scheidt. In der Inszenierung gibt es viele berührende Momente und einige Denkanstöße […].“

taz

„Künstlerisch so schlicht wie überzeugend gehen in Hamburg Regisseurin Karin Beier und die Journalistin Brigitte Venator ans Werk. […] Beeindruckend ist die uneitle Kunst der Menschendarstellung bis hinein in Momente, wo die Stimmen brechen, Tränen nicht mehr zurückzuhalten sind oder mit betont sachlichem Tonfall gegen tobende Gefühle angekämpft wird. […] Ein erhellend informativer und dank des einfühlsamen Spiels eindrücklicher Abend. So geht Enttabuisierung.“

Tageszeitungen des sh:z

„Lebensfreude im Angesicht des Todes, der Tod – ein Teil des Lebens. Ovationen für diesen klugen, berührenden und mutigen Abend.“