Reden- und Gesprächsreihe mit Lukas Bärfuss
Seit wir vor zwei Jahren diese Gesprächsreihe begonnen haben, hat sich die Welt verändert – schneller, als viele für möglich hielten. Was damals wie eine düstere Vorahnung erschien, ist heute politische Realität: Das liberal-demokratische System gerät unter Druck, von außen wie von innen. Kriege, Aufrüstung und gesellschaftliche Spaltung prägen die Gegenwart. Europa steht vor der Herausforderung, seine Sicherheit neu zu denken – ohne die bisherige Schutzmacht. Die Verunsicherung wächst. Und mit ihr die Frage: Wie wehrhaft ist unsere Demokratie heute? Vor 76 Jahren legte das Grundgesetz die Fundamente für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Doch diese Grundlagen tragen nur, wenn sie aktiv verteidigt werden. Der Aufstieg rechtsextremer Parteien zeigt: Demokratie ist kein Zustand, sondern eine Praxis – sie muss gelernt, verteidigt und gestaltet werden. Immer wieder neu. Was bedeutet Demokratie heute – für uns, hier und jetzt? Seit zwei Jahren stellen wir diese Frage gemeinsam mit unseren Gästen. Wir leben in einer Zeit, in der demokratische Werte nicht mehr selbstverständlich sind. Sie stehen zur Disposition – politisch, gesellschaftlich, kulturell. Umso dringlicher wird die Frage: Welche Rolle spielen wir selbst in ihrer Verteidigung?
Die bisherigen Ausgaben haben gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach Orientierung ist: Volle Säle, konzentrierte Gespräche und prägnante Impulse von Gästen wie Herfried Münkler, Herta Müller, Carolin Emcke, Karl Schlögel, Didier Eribon, Hedwig Richter, Kirsten Fehrs, Irina Rastorgueva, Omri Böhm, Ronen Steinke, Steffen Mau und Mely Kiyak.
In dieser Spielzeit führen wir die Reihe fort – mit neuen Perspektiven und konkreten Fragen an die demokratische Gegen wart. Der Schriftsteller Lukas Bärfuss lädt Stimmen aus Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft ein, um über die Herausforderungen und Möglichkeiten unserer Zeit zu diskutieren.
Kuratiert von Lukas Bärfuss und Judith Gerstenberg