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Hundeherz

von Armin Petras / nach Michail Bulgakow
Regie: Claudia Bauer
Uraufführung am 24/04/2026
SchauSpielHaus
2 Stunden
Keine Pause
Im Vordergrund ist Felix Knopp zu sehen, er trägt eine weiße Kochmütze und einen langen beigen Mantel und hält einen großen Kochtopf, aus dem es stark qualmt. Links von ihm ist eine lebensgroße Hundepuppe zu sehen, die von Oscar Olivo gespielt wird. Letzterer hält den Hundekopf und ist in blauem Overall und farblich passender Schirmmütze gekleidet. Im linken Hintergrund sitzt Bettina Stucky in grün-schwarz kariertem Hosenanzug und gelber Perücke auf einem Drehstuhl.
Oscar Olivo im blauen Overall und blauer Schirmmütze und hellen Haaren darunter hat seine Hand an einer lebensgroßen Hundepuppe mit hellem Fell. Der Hund hat seine Schnauze an der Hand von Angelika Richter, die rechts im Bild zu sehen ist und sich zum Hund herunterbeugt. Sie trägt eine pinke Perücke mit Locken, dazu einen lila Fellmantel und eine bronzefarbene Handtasche. Sie lächelt breit.
Sandra Gerling ist in der Mitte der Bühne zu sehen, sie hat kurze blonde Locken, trägt ein graues Kleid mit einem runden Reifrock und spitzen Kappen vor den Brüsten und hat einen schwarzen Schlauch im Mund. Ein Kabel ragt auf der Höhe ihres Bauchs in ihr Kleid. Der Rest der Bühne ist dunkel. Man kann eine schwarze Treppe oberhalb von Sandra Gerling erkennen und eine Art Wand aus Kacheln. An die Wand wird ein Video projiziert, auf dem schemenhaft Gesichter zu erkennen sind.
Hundeherz
Vor einem schwarzen Hintergrund stehen drei Personen, alle sehen nach vorn. Bettina Stucky trägt einen grün-schwarz karierten Hosenanzug, eine blonde Perücke und eine große Brille mit schwarzem Rahmen. Sandra Gerling steht mittig, hat einen kurzen blonden Bob, trägt ein graues Kleid mit einem Reifrock und spitzen Kappen vor den Brüsten. In den Händen hält sie eine Neonröhre. Rechts steht Maximilian David Scheidt in blauem Anzug, seine Haare sind schwarz. Alle Münder sind leicht geöffnet.
Sandra Gerling sitzt mit ausgestreckten Beinen auf dem Bühnenboden und schaut nach links. Sie trägt eine blonde Bob-Perücke, ihre Augen sind schwarz geschminkt. Sie trägt eine übergroße pinke Uniform mit goldenen, fransigen Epauletten auf den Schultern und zwei Knopfreihen, ebenfalls in Gold. Ihre Beine sind nicht bedeckt, sie trägt weiße Sneaker. Im dunklen Hintergrund sieht man verschwommen eine Gruppe Menschen in einem kleinen, schwach erleuchteten Raum stehen.
Hundeherz
Im Vordergrund sind Felix Knopp und Sachiko Hara zu sehen. Er trägt eine grau-weiß-rote enge Hose und rote Clownsschuhe, eine schwarze Weste mit Pailletten und eine weiße Krause um den Hals. Augen und Mund sind weit aufgerissen, er schaut nach oben und hat beide Arme seitlich ausgestreckt. Sachiko Hara trägt ein Kleid, das mit Rosen besetzt ist. Ihre Krause ist rosa, ihre langen schwarzen Haare sind offen. Sie schaut hoch, Mund und Augen weit auf und die Arme sind nach oben und zur Seite gestreckt.
Im Zentrum steht Bettina Stucky in einem türkisen Kittel und roten Handschuhen, ihre Haare sind schwarz und blond. Ihre große Brille hat einen schwarzen Rahmen, ihr Mund ist geöffnet. Sie dreht sich zu Personen in Fellkleidung und Fellmütze. Vor ihnen steht Sandra Gerling in blauer Perücke und blau-grauem Kleid sehen. Links im Bild steht Sachiko Hara in einer Felljacke und mit geschlossenen Augen. Im Hintergrund sieht man Oscar Olivo in einem Kachelraum mit Badewanne, er trägt einen weißen Anzug.
Im Vordergrund stehen Sachiko Hara und Oscar Olivo. Sie trägt eine Felljacke und darunter einen Rock aus lila Pailletten mit Tüll ab den Knien, sodass die Füße verdeckt sind. Sie hält Zeige- und Mittelfinger hoch und macht ein Selfie mit einem Handy. Sie lächelt. Oscar Olivo trägt einen weißen Anzug und eine schwarz-gelb gestreifte Krawatte. Er hat eine Hand in die Höhe gestreckt, mit der anderen hält er ein Mikrofon an seinen geöffneten Mund. Im dunklen hinteren Bühnenbereich sieht man die Chormitglieder.
Hundeherz
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Hundeherz

Es ist kalt, sibirisch, in naher Zukunft sind Nahrung und jede Wärme rar in Gotham City. Ein geschundener Hund begegnet seinem „Retter“: Nicht uneigennützig lockt ein Wissenschaftler das Tier in seine Praxis. Verjüngung und Optimierung von Menschenkörpern sind dort das Programm. Er pflanzt dem Hund die Hirnanhangdrüse und die Hoden eines kleinkriminellen Kneipen-Musikanten ein – was ihn „menschlich“ werden lässt. Das neue Wesen aber zeigt sich höchst anfällig für Manipulation, saugt Propaganda und Parolen gierig auf. Und lautstark ist der „Chor der solidarischen rebellierenden Unberechtigten“. In hybriden Wesen und Mutanten hat die soziale Hackordnung ihre neuen Underdogs. Aber schnell wird klar, nicht Solidarität, sondern allein Ego-Mania herrscht da im neuen Menschen. Sina, die halb synthetische KI-Robo-Mitarbeiterin, spürt das schnell. Gewalt gegen Andere, besonders „Katerartige“, scheint ein unausrottbarer Drang. Der Mix aus allem politisch Toxischen gefährdet das Geschäftsmodell - und das Treatment der Hautevolee, Robert De Niro, Cher und Big Daddy ...

Seit ihrer Entstehung 1925 entfaltet Bulgakows Novelle ungeheurere Sprengkraft. Bereits der junge Sowjetstaat propagierte den „Neuen Menschen“, das erste großflächige Experiment zur Optimierung des menschlichen Körpers und Geistes, ein Unternehmen, das vielfach fortgesetzt wird und sich zu einer weltweiten Industrie entwickelt.

Claudia Bauer ist bekannt für ihre starken Zugriffe auf Stücke, poetisch und politisch, anarchisch und dadaistisch, berauschend und schnell. Sie studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und leitete von 1999 bis 2004 das Theaterhaus Jena. Claudia Bauer inszeniert an zahlreichen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum, u. a. in Stuttgart, Frankfurt, München, Berlin, Leipzig, Wien, Graz und Basel. Ihre Inszenierung »humanistää!« nach Ernst Jandl am Volkstheater Wien wurde 2022 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt und mit dem NESTROY-Preis in den Kategorien „Beste Regie“ und „Beste deutschsprachige Aufführung“ bedacht. »Die Schattenpräsidentinnen. Oder: Hinter jedem großen Idioten gibt es sieben Frauen, die versuchen, ihn am Leben zu halten.« von Selina Fillinger in der Spielzeit 2023-24 war ihre erste Arbeit am Deutschen SchauSpielHaus.

Wir danken der Abteilung Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch für die Zusammenarbeit und Jonathan Gentilhomme für seine Mitarbeit.

Pressestimmen

nachtkritik.de

„Wenn hysterische Horror-Clowns die Welt optimieren und menschliche Makel bereinigen wollen, geht das erfahrungsgemäß irgendwann kolossal schief. Am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg ist jetzt der Zustand einer Gesellschaft nach einem solchen Kollaps zu besichtigen.“

„Für diese grell-düstere Dystopie hat Armin Petras mit "Hundeherz" eine ausufernde Textvorlage geschrieben – und Regisseurin Claudia Bauer macht daraus in der Uraufführung einen comichaften Abgesang auf das Verschwinden der Demokratie im Tech-Zeitalter.“
(Stefan Forth)

Deutschlandfunk Kultur heute

„Claudia Bauer und ihr Bühnenbildner Andreas Auerbach zaubern berauschende Bildwelten auf die Bühne des Schauspielhauses und ein durchgängig hochmotiviertes Ensemble lotet in burleskem Spiel und in Varieté-Kostümen alle komischen Schnittmengen zwischen Mensch, Tier und Cyborg aus.“
(Eberhard Spreng)