Anatomie eines Suizids

von Alice Birch
Deutsch von Corinna Brocher
/ Repertoire

Premiere 17/10/2019

SchauSpielHaus

Carol liebt das Leben nicht. Es kostet sie die größte Mühe, einfach nur zu existieren, doch niemand hat Verständnis für ihre dunkle Verzweiflung. Ist sie nicht schön? Geht es ihr nicht gut? Hat sie nicht alles, worum die meisten sie beneiden? Woher also kommt die Depression? Als sie eine Tochter zur Welt bringt, verspricht sie dieser, so lange am Leben zu bleiben, wie es ihr irgend möglich ist. Doch die Krankheit lässt sie nicht los. Jahre später. Anna gelingt es kaum besser, sich in der Welt zurechtzufinden. Sie sucht Zuflucht in Drogen und exzessiven Lebensformen bis auch sie einer Tochter das Leben schenkt. Doch ihre Schwermut bleibt und führt sie bald in die gleiche Katastrophe wie ihre Mutter. Wieder einige Jahre später. Bonnie, inzwischen erwachsen, wehrt sich entschieden und mit aller Kraft gegen dieses scheinbar unausweichliche Erbe. Sie trifft eine radikale Entscheidung, die dem wiederkehrenden Schicksal ein Ende bereiten soll. Die britische Autorin Alice Birch erzählt die Geschichte dreier Frauengenerationen in einer dramaturgisch raffinierten Anordnung: Die Handlungsstränge finden simultan auf der Bühne statt, während sich die drei Protagonistinnen jeweils in ihrer eigenen Zeitzone befinden. Das den weiblichen Blick fokussierende Stück ist wie eine Fuge komponiert, in dem Themen und Motive in den einzelnen Erzählungen hinterlassen und variiert werden und sich den Frauenfiguren einschreiben wie die Depression ihrer DNA, der scheinbar nicht zu entkommen ist.



Regie: Katie Mitchell Bühne: Alex Eales Licht: James Farncombe Dramaturgie: Sybille Meier
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