In einem Keller ist es kühl, dort wird gemeinhin gelagert, was frisch gehalten werden soll. Dementsprechend zukunftsorientiert geht es auch im Keller der Metaphysik zu, wenn Begriffe der metaphysischen Tradition auf ihre Aktualität hin abgeklopft und weitergedacht werden. Wird die Metaphysik aktuell in den Keller verfrachtet, um dort in Ruhe zu verwahrlosen? Oder handelt es sich beim Keller um eine treffende Charakterisierung, da metaphysische Begriffe heute als etwas vers taubt und diskreditiert erscheinen? Werden wir aktuell gar Zeug*innen eines philosophischen Abstiegskampfes, der das platonische Höhlengleichnis ins intellektuelle Niemandsland (ver)führt? Oder hat die Metaphysik gerade erst damit begonnen, von Neuem anzufangen? Inwiefern sind aktuelle Diskurse metaphysisch verfasst? Und welchen empirischen, psychischen und technologischen Gegebenheiten müssen sie sich aussetzen?
Die Gesprächsreihe versucht derartige Fragen jenseits geläufiger Befragungsszenarien zu verhandeln. Dabei ist Improvisation ebenso gefragt, wie freie Assoziation, Publikumsbeteiligung und musikalische Abwegigkeit. Die Methode der Kellermetaphysik ist wohl noch herauszuarbeiten. Fangen wir schnell damit an, jetzt! War die Metaphysik in gewisser Weise nicht immer schon unterirdisch?
Benjamin Sprick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für angewandte ästhetische Philosophie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT), wo er auch als ›Post-Doc‹ im Graduiertenkolleg ARTILACS (Artistic Intelligence in Latent Creative Spaces) arbeitet und den künstlerisch-wissenschaftlichen Promotionsstudiengang Dr. sc. mus. koordiniert. Er ist zudem ausgebildeter Konzertcellist. An der Musikhochschule Lübeck hat er seit dem Wintersemester 2024/25 einen Lehrauftrag für künstlerische Musikforschung inne. Seine Arbeitsschwerpunkte betreffen eine »Kritik der instrumentalen Vernunft« ebenso wie die politische Kinetik eines sich zunehmend als autoritär erweisenden algorithmischen Kapitalismus.
Im Keller der Metaphysik
Gesprächsreihe mit Benjamin Sprick & Guests
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